Tides From Nebula - Earthshine

Review

Der Post-Rock-Hype scheint zurzeit keinen Flecken dieser Welt zu verschonen, und wir gewöhnen uns nach den bahnbrechenden Arbeiten gewisser Pioniere (meiner Ansicht nach lassen sich hier GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR, MONO und die weitbekannten SIGUR RÓS besonders hervorheben) auch in diesem Sektor zunehmend an ein akzeptables Klima der Mittelmäßigkeit. Nichtsdestotrotz zeigt sich immer wieder, dass die Bewegung noch voller jugendlicher Zeugungskraft ist, wie das vorliegende Album „Earthshine“ von der polnischen Band TIDES FROM NEBULA beweist. Es handelt sich hierbei um deren Zweitwerk, und ich muss gestehen, den Namen TIDES FROM NEBULA nie zuvor gehört zu haben. Ich kann jedem, dem dieser Name noch ungeläufig ist, nur zu einer Kostprobe raten, denn was einem hier geboten wird ist ein Album, das einen mit großer Bedächtigkeit und gefühlvollen Akzentuierungen zu fesseln weiß.

Die Musik, der sich TIDES FROM NEBULA widmen, ist weit weg vom schrägen Showbusiness, den manche Bands des Genres doch auf eine bestimmte Art zu betreiben pflegen. „Earthshine“ ist ein höchst gemächliches, vieldeutiges Werk, das dem Hörer oftmals in Form zarter Elektronika und melancholisch gefärbter Gitarrenmotiven die Hand reicht, ihn in bester MONO-Manier trügerisch friedlich stimmt, nur um ihm dann wieder mit flirrenden, harmonisch ungewöhnlichen Riffs und Strukturen zu überrumpeln. Dies geschieht jedoch nie in einem derben Ausmaß, TIDES FROM NEBULA sind vielmehr sichtlich bewusst bemüht, den „Flow“ des Albums beständig aufrechtzuerhalten und dabei dem Klangbild beständig neue Dimensionen zuzuführen. Sehr zuträglich ist dieser einlullenden Beständigkeit vorallem das gekonnte und harmonische Zusammenspiel der beteiligten Musiker, besonders die Gitarristenfraktion lässt sich im Verlauf des Albums immer wieder zu wunderschönen, funkelnden Spielereien hinreißen, die mit einer solchen Natürlichkeit aus den schwebenden Klangteppichen hervorströmen, dass es mehr als bloße Ornamentierung sein muss. Zuweilen brauchet die Band jedoch etwas zuviel Zeit, um Abwechslung und weiterführende Klangelemente heraufzubeschwören, so dass sich mitunter eine unbefriedigteStimmung des Wartens einstellen kann. Diese verfliegt meist jedoch schnell, so dass man in Kürze schon wieder in träumerischen Bildgeflechten gefangen ist.

„Earthshine“ ist wie ein Wasserbett, in dem man ruhigen Herzens versinken kann. Nur ab und an, in klug ausgewählten Momenten, bringen TIDES FROM NEBULA ein Element nagender Unsicherheit und schmerzlichen Vermissens in dieses grazile, dem Cover nach morgenrote Kopfkino. Wer von diesen Jungs aus Polen noch nie etwas gehört hat und dem Genre auch nur ein klein wenig etwas abgewinnen kann, sollte einen offenherzigen Versuch wagen.

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06.05.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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