Touch The Spider - Souls For Sale

Review

Mit der Unschuld eines im kulturellen Nichts virtuos gewordenen Gitarrenschülers, der nicht weiß, was als ultrascheußlich und was als cool codiert ist, streifen TOUCH THE SPIDER alles zwischen Garagen-Charme-meets-Midwest-Mief, New-Age-Schaum, Stoner Rock und Gruft-Stumpfsinn – Meditationsmusik für Kojoten mit angenagten Schlappohren. Karge Wave-Rhythmen mit kratzigen, Dissonanz-verliebten Gitarren, wie mit einer Rasierklinge gespielt, haben sie ebenso im Repertoire wie episch angelegte Balladen mit kehlig-knödeligem Gesang.

Das ist absolut „Pro“ im Trend und in seiner geschulten Melancholie derzeit alles andere als eine Normabweichung. Also müssen Rezensenten wieder einmal Namen wie JOY DIVISION, WIRE und THE CURE bemühen, woraufhin die Leser den Rezensenten vorwerfen werden, ihre Kritiken längst nach Schablonen zu schreiben. Dies liegt aber leider an ebenjenen Bands, die sich ihrerseits nach der Schablone gründen und keinen Lot von dem abweichen, was seit zwei bis drei (und noch mehr) Jahren als Dauerreferenz durch die Magazine geistert. Und nicht nur das Referenzsystem, in dem sich TOUCH THE SPIDER bewegen, ist schrecklich langweilig und abgeschmackt geworden, auch die Band ist es.

Das Überraschende, das etwas, das für einen Moment aufhören lässt, gleitet hier so leicht in den übelsten Kitsch, wie das nur bei Eklektizisten passieren kann, die nicht wissen, dass sie welche sind. Songs wie „Adore The Moon“, „This Ain’t A Love Song“, „Life Is Real“ oder „My God Is Dead“ (schon die gräßlichen Titel geben ausreichend Grund, die Platte zu disqualifizieren) bestrafen mit einem Vakuum aus beispielloser Langeweile und hohlem Pathos. Auffällig bei allen Songs ist die trockene, kompromisslos-coole Understatement-Distanziertheit zu dem vordergründig eigentlich sehr emotionalen Material, zu den angestrengten Texten, die aber auf den zweiten Blick auch nicht mehr sind als, ähm, platteste Eso-Rhetorik. Um als Songs zu funktionieren, sind die Stücke zu ideenlos. Doch Monotonie vermag sich hier auch nicht in Intensität zu wandeln, sondern zieht nur Kreise und Schleifen, deren Verlässlichkeit das Album ins Nebensächliche rückt.

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27.07.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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