
Soundcheck April 2026# 24
Galerie mit 23 Bildern: Victorius - Metal Franconia Festival 2025


Mit „World War Dinosaur“ schlagen VICTORIUS das nächste Kapitel ihrer irrwitzigen Fantasy-Saga auf. Die zur Metalband mutierte Animeserie wirft uns in der kommenden Dreiviertelstunde in einen Hurrikan aus käsigen Reimen, Alliterationen sowie mystischen und ausgestorbenen Protagonisten. Diabetiker und Farballergiker steigen hier am besten direkt aus.
VICTORIUS sind vollkommen drüber
In den 90er-Jahren bevölkerten zahlreiche Zeichentrickserien die Privatsender und warteten darauf, dass ihr Publikum aus der Grundschule heimkam. In diesem Universum fühlen sich VICTORIUS mit ihrem quietschbunten Ansatz und „Sharknado“-Gedächtniscover wohl. Musikalisch lehnt sich das Ganze an DRAGONFORCE an – allerdings mit mehr Cheese und ohne die flinken Fingerknotensoli eines Herman Li.
Das komplette Album fühlt sich wie ein Actionfilm an: mal stampfend und episch, mal rasant. Dabei verfeinern VICTORIUS ihre Formel mit Gastsängern wie Seeb Levermann von ORDEN OGAN, der dem Titeltrack eine weitere Schicht hinzufügt, oder Tetzel von ASENBLUT, der bei „Evil Mega Megalodon“ – wenig überraschend – den Antagonisten vertont. Es hätte nicht überrascht, wäre bei „Prehistoric Panzer Power“ noch Joakim Brodén (SABATON) aufgetaucht – leider war das nicht der Fall.
Obwohl es cheesy und abgedreht zugeht, beweisen VICTORIUS ihr Können an den Instrumenten. Alle Riffs sind präzise gespielt, das Drumming auch in schnellen Passagen on point. Zudem bieten die Tracks genug Abwechslung, um nicht zu langweilen. Der Gesang von David Baßin ist seit jeher ein Aushängeschild der Band und besitzt hohen Wiedererkennungswert. Epische Refrains stehen auf „World War Dinosaur“ im Fokus und funktionieren in Reißbrett-Power-Metal-Stücken wie „Golden Glory“ am besten.
„World War Dinosaur“ macht es sich in seiner Nische bequem
VICTORIUS haben seit „Space Ninjas From Hell“ und „Dinosaur Warfare Pt. 2 – The Great Ninja War“ eine Nische geschaffen, in der sie sich sichtlich wohlfühlen. Inspiration für Texte gibt es wie Sand am Meer, und solange sie diese so überzeugend untermalen wie auf ihrem aktuellen Output, besteht wenig Anlass zur Veränderung. „World War Dinosaur“ sorgt für zwei Dinge: mehr aufblasbare Dinokostüme auf Festivals – zum Leidwesen mancher, aber ebenso für viel Party zur Freude aller.

Victorius - World War Dinosaur (CD)
Jannik Kleemann






























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