Witchlore - Into The Glade (EP)

Review

Gerade mal 2017 gegründet und schon mit einer EP am Start, die ganz schön Arsch tritt – WITCHLORE aus Schweden haben wahrlich einen fulminanten Blitzstart hingelegt. Aber eins nach dem anderen. Das Trio aus Stockholm liefert mit „Into The Glade“ ihre Debüt-EP ab und bietet damit die Spielweise für all jene, denen TRIBULATION einfach nicht hart genug sind. WITCHLORE hauchen deren gothisch angehauchten Death Metal nämlich neben saftigen Black’N’Roll-Vibes noch eine amtliche Portion Thrash und Punk ein und sorgen so für 20 Minuten dreckigstem Metal, der mit Dampf UND Atmosphäre daherkommt.

WITCHLORE knüppeln mit Dampf UND Atmosphäre

Das Songwriting der Schweden mutet dabei ob seiner frisch aus dem Black Metal importierten, Uffta-lastigen Rhythmik täuschend primitiv und roh an, was allein durch den so gar nicht rumpeligen Sound relativiert wird. Doch schnell springt der Funke über, vor allem, weil WITCHLORE einfach nur schweinisch rocken und knüppeln. „Into The Glade“ kommt in seinen heftigsten Momenten einem schweißtreibenden Höllenritt gleich, bei dem die Band den Hörer einmal quer durch Draculas Schloss und zurück prügelt. So brechen die Schweden mit „Rotting Alive“ einen rotzigen, dreckigen Death-Thrash-Hammer vom allerfeinsten vom Zaun, bei dem man richtig aufpassen muss, dass die Omme vor lauter Bangen nicht vom Hals fällt. Der Refrain bringt dann wieder die Horror-Vibes von TRIBULATION mit rein, ohne den Grooves ihre Intensität zu nehmen. Im Gegenteil: Die ziehen sogar an.

Und dann sind da diese Intermezzi, in denen WITCHLORE einerseits die Stimmung, andererseits aber auch ihre eigene, songschreiberische Klasse so richtig in Szene setzen. Das geht schon beim eröffnenden Titeltrack los, gegen dessen Ende kurz mal die akustischen Gitarren das Ruder übernehmen. „Death Is All“ kommt zwischendrin sogar mit klarem Gesang daher, der sich richtig gut in das Klangbild der Band einfügt. Aber keine Angst, das sind wirklich nur kleine Intermezzi, die geschickt in die Songs eingearbeitet worden sind und ihnen Tiefe verleihen. Denn die Band prügelt und rockt sich abseits dessen überzeugend und schonungslos durchs Geäst und durch die von fahlem Kerzenschein durchleuchteten Gemäuer. Da ist sogar Platz für einen Song wie „Bad Habits“, der so klingt als seien MOTÖRHEAD frisch aus der Gruft entstiegen. Und der Rausschmeißer „Thousand Years Of Slumber“ nimmt dann den Fuß vom Gaspedal, um den atmosphärischen Aspekt des Sounds so richtig zur Geltung kommen zu lassen.

Ich kann mich nur wiederholen: WITCHLORE liefern den Sound für all jene, denen TRIBULATION einfach nicht hart genug sind und die das letzte Album der Landsmänner des Trios enttäuscht hat. „Into The Glade“ ist heavy, heftig, rotzig und versteht dennoch was von eindringlicher Stimmung. Das ist eigentlich fast schon kriminell, was die Band hier abgeliefert hat. Aber noch muss das Trio sich auf Albumlänge beweisen, also nicht die Nacht vor der Dämmerung loben. Genießen sollte man „Into The Glades“ bis dahin jedoch in vollen Zügen.

04.03.2018

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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4 Kommentare zu Witchlore - Into The Glade (EP)

  1. royal sagt:

    hmmm ja, ganz cool?! nur den vergleich „wem tribulation nicht hart genug sind…“ geht es dabei um den gesang oder wie kommt man da drauf? man könnte auch sagen…“wem bastard priest zu hart sind sollte WITCHLORE hören“ 😉

    1. DieBlindeGardine sagt:

      Das Gehörte klingt wirklich ganz cool, der Tribulation-Vergleich will mir aber auch nicht so ganz aufgehen.

      1. royal sagt:

        vielleicht der gesang? keine ahnung

  2. DieBlindeGardine sagt:

    Der ist ja nun wirklich nicht Tribulation-exklusiv, auch wenn die Tonlage sehr ähnlich ist. Ich denke es ist eher das Horrorthema, welches hier für die größten Parallelen sorgt. Musikalisch find ich den Vergleich aber wie gesagt nicht wirklich passend, zumal sich Tribulation ja auch auf den letzten beiden Alben in eine eher melodische Richtung entwickelt haben.