Zeal & Ardor - Devil Is Fine

Review

Galerie mit 17 Bildern: Zeal & Ardor - Summer Breeze Open Air 2019

ZEAL & ARDOR: Der Name wird in VICE, NOISEY und Co. in Zukunft wohl häufiger vertreten sein. Auf dem Debütalbum „Devil Is Fine“ versetzt Mastermind Manuel Gagneux bluesige Field Songs in der Tradition von Robert Johnson mit Black-Metal-Elementen. Ja, ihr lest richtig. Ob das Experiment funktioniert, lest ihr im Review.

„Devil Is Fine“ besitzt in seinen Blues-Passagen viel Seele und viel Emotion, aber leider ist es artifiziell in den Black-Metal-Teilen. Die metallischen Riffs sind eher eindimensional und nutzen sich nach mehrmaligem Hören ab. Dennoch hat „Devil Is Fine“ – das Album – etwas an sich, das eine breitere Hörerschaft begeistern kann und wohl auch wird. Für Puristen und Schwarzheimer ist es kaum überraschend wenig geeignet, allerdings werden Quereinsteiger bzw. experimenteller eingestellte Zeitgenossen wegen der Eingängigkeit durchaus ihre Freude an ZEAL & ARDOR haben.

Der Schweizer Gagneux hat keine Scheu vor elektronischen Einflüssen, was sich auf dem trappigen Skit-Track „Sacrilegium I“ bemerkbar macht. Der „Song“ wirkt wie ein Fremdkörper auf dem Album und ist deswegen auch zum Skippen prädestiniert. Die beiden weiteren Skits „Sacrilegium II“ bzw. „III“ sind da schon ansprechender, wenn sich auch der konzeptuelle Sinn nicht zur Gänze erschließt. Warum Gagneux diese Tracks überhaupt eingebaut hat, weiß wohl nur er. Denn bei nur neun Tracks und knapp 25 Minuten Spielzeit drei Zwischenspiele einzubauen, scheint wenig ökonomisch.

Abschließend bleibt zu sagen, dass „Devil Is Fine“ ein kurzweiliges und auch interessantes Album ist, das allerdings seinen Projekt-Charakter nicht los wird. Am stärksten ist ZEAL & ARDOR während der Delta-Blues-Passagen. Dann klingt die Band ehrlich, die Musik ernsthaft und berührend. Die Metal-Parts sind jedoch austauschbar und wenig überzeugend. Die Idee hinter ZEAL & ARDOR ist faszinierend und funktioniert bis zu einem bestimmten Punkt. Die Umsetzung der beiden Genres Blues und Black Metal bleibt jedoch unausgewogen und man wird das Gefühl nicht los, die Metal-Teile sind eher Gimmick.

Text: Gordon Herenz

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20.02.2017

"Irgendeiner wartet immer."

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4 Kommentare zu Zeal & Ardor - Devil Is Fine

  1. virtua sagt:

    Ich mag keinen Blues. Orthodoxen Black Metal mag ich auch nicht. Und Elektromusik? Nee, lass mal. Dann lieber Geknüppel und Gegrunze, gern auch modern mit allem Zipp und Zapp. Fett produziert und so.

    Aber manchmal, da gibt es so Bands, die nicht nur sagen, dass sie in keine Schublade passen wollen. Die sind sogar so schräg, dass selbst ein ganzer Apothekerschrank nicht genügend Fächer hat, deren Fragmente restlos einzuordnen. The Hirsch Effekt ist für mich z.B. so eine Band. Und jetzt auch Zeal & Ardor.

    Weil bei euch Black Metal drüber steht, hab‘ ich erst weiter gescrollt, erst bei iTunes hab‘ ich mal reingelauscht. Das Teil wird mich beschäftigen, es ist faszinierend, hat alles was ich nicht so mag, mischt es zusammen und haut mich weg. Geil!

    Und ja, der Metal ist hier Gimmick. Macht es das deswegen schlecht? Ihr lobt hier durchaus auch sonst mal Sachen, die noch weniger Metal sind. Nur so nebenbei.

    1. Oppenheimer sagt:

      Gut gesprochen. Ein wirklich faszinierendes und gutes Projekt. Das Konzept ist Hammer. Sklaven die sich dem Teufel zuwenden, weil der weder urteilt noch etwas von ihnen verlangt und vielleicht sogar noch ihre Unterdrücker erledigt. Dass noch keiner davor draufgekommen ist! Die Metalparts haben genauso ihre Berechtigung und Wichtigkeit wie alles andere auf dem Album. Das einzige Manko das ich auf der Scheibe finden kann, ist der etwas schwache drucklose Sound eben jener Metalparts. Ich hoffe dass dieser kleine Schwachpunkt auf der nächsten Platte noch ausgebügelt wird. Ansonsten sicher eines der interessantesten Projekte der letzen Jahre. Talk about Black Metal 😀

      8/10
  2. Hoschi sagt:

    Ein überraschend gutes Album mit einem klasse Konzept. Betrachtet man das Ganze als das, was es ist, nämlich als experimentellen Mix zwischen den Stilen, ist das Teil wirklich überaus gelungen. Dass dem einen oder anderen der Black Metal (wobei, sind das überhaupt BM-Anteile oder wird da nicht doch etwas zuviel „hineingewünscht“?) zu kurz kommt, war klar, ebenso werden die Blues-Liebhaber den „Krach“ zwischendurch bemängeln. Ich finde es super, so wie es ist. Es wurde erreicht, dass die Musik weitestgehend anders als alles klingt, das wir bislang kennen. Dass die Stücke sehr stimmungsvoll und atmosphärisch gelungen sind, ist dabei das Sahnehäubchen.

    8/10
  3. Urugschwanz sagt:

    Eigentlich kam ich nur auf die Band, weil jemand darüber abgekotzt hat.^^ Aber ich muss sagen, es gefällt mir ziemlich gut und ich war überrascht, dass die Mischung so gut funktioniert. Aber eine bessere Punktzahl wie 4, kann ich nicht vergeben, da mir zu wenig Black Metal drin ist. Der ist fast so gering vertreten, dass man es beinahe gar nicht erwähnen müsste. Was mir zudem auch sehr sehr negativ auffällt, dass der Herr das Black Geschrei gar nicht beherrscht und nur Effekte benutzt und flüstert. Siehe live und zwei Mikros. Das ist wie Tee, aus einer Whiskeyflasche trinken und besoffen spielen. Erbärmlich. Da sollte besser ein zweiter Sänger her, der das kann. So ist es nur eine trendige Lachnummer, die sich gut verkaufen soll. Schade, der Ansatz ist sehr genial und sein normaler Gesang auch.

    4/10