Arroganz - Death Doom Punks

Review

Galerie mit 7 Bildern: Arroganz – Reflective Dimensions Tour 2018, Oberhausen

Was mit „Death Doom Punks“ zum Stichtag 15. Mai in den (digitalen) Verkaufsregalen steht, ist Death Metal mit Niveau – und sieht schwer nach ARROGANZ aus. Das programmatisch betitelte Werk spielt, wie zuvor „Quintessenz“ im Jahr 2024, die Stärken des Trios aus. Der Albumtitel beschreibt zutreffend Musik, Inhalt und Haltung.

ARROGANZ fräsen präzise und kompromisslos

Schon der Mitte Februar vorab als Video veröffentlichte Opener „Die For Nothing“ machte klar, wohin die Reise geht. ARROGANZ teilen textlich wie musikalisch aus. Religiöser Fanatismus, gesellschaftlicher Verfall und generelle Menschenverachtung ziehen sich als roter Faden durch das Material.

Frei von subtilen Zwischentönen fräst sich das Trio mit einer Mischung aus Old-School-Death-Metal, räudiger Punk-Attitüde und doomiger Schwere präzise und kompromisslos durch sein siebtes Album. Der Sound ist roh und dreckig, ohne dabei im Morast zu versinken. Die Gitarren sägen, D-Beats drücken nach vorn und der Bass durchschneidet immer wieder deutlich das Klangbild. Gerade das pumpende Fundament gehört zu den großen Stärken des Albums. Der beinahe körperliche Sound fühlt sich wie ein Schlag in die Magengrube an und die druckvolle Produktion bleibt stets angenehm ungeschönt.

Auch die tiefen, permanent kurz vor dem kompletten Kontrollverlust stehenden Vocals tragen erheblich zur Wirkung bei. Stücke wie „Under Scarred Skin“, „Pain Forged Armor“ oder der Titeltrack erzeugen eine düstere Atmosphäre, die manch moderner Death-Metal-Produktion abgeht.

Haltung sorgt für Reibung

Inhaltlich richtet sich das Vorab-Video „Die For Nothing“ an „religiöse Fundamentalisten“ und „politische Extremisten“. Auch „Anti-Ideology“ ist leicht als klares Statement zu verstehen. Wer sich da angesprochen fühlt, wurde wohl zu Recht adressiert. Doch so erfreulich eine Band mit Haltung ist, geht nicht jeder Ansatz vollständig auf.

Wer im Titeltrack mit „Bastards From The Underground / Crushing Sacred Halls / Shitting On The Concept Of Religions“ einsteigt, im dazugehörigen Musikvideo kurz darauf Jesus zeigt und anschließend „Revenge On Your Messiah“ intoniert, inszeniert nur scheinbar widerborstige Provokation. Angesichts christlicher Kirchen, die in Deutschland und weiten Teilen Westeuropas heutzutage nur mehr Bettvorleger als Tiger sind, ist dieser Habitus aus der Zeit gefallen, anstatt rebellisch zu sein.

„Death Doom Punks“ springt über die Messlatte

ARROGANZ interessieren sich erkennbar weder für Trends noch für gesellschaftliche Konventionen. Die Songs erinnern stellenweise an die Direktheit früherer Hardcore-Punk-Platten, ohne die Death-Metal-Wurzeln zu verwässern. Schleppende Schwere als weiteres Würzmittel sorgt dafür, dass „Death Doom Punks“ abwechslungsreich bleibt.

Verschließt man die Augen vor leichten Schwächen bei den Lyrics, springen ARROGANZ locker über die Messlatte, die sie mit jedem Vorgängeralbum immer ein Stück höher gelegt haben.

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25.05.2026

From the Underground and Below

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