
Die Spanier TODOMAL kündigen mit ihrem dritten Werk ein auf den ersten Blick freudloses Album an – anders lässt sich der Titel „Graveyards Of Joy“ kaum interpretieren. Das 2020 von Christopher B. Wildman und Javier Fernández Milla gegründete anglo-spanische Duo bewegt sich im Atmospheric Doom Metal, einem Genre, das nicht zu den zugänglichsten gehört. Langsame Tempi, ausufernde Klanglandschaften und reichlich Melancholie verlangen den Hörenden einiges ab.
Wer sich aber darauf einlässt, stellt fest, dass sich trotz aller Schwere immer ein Funke Hoffnung findet. Das Album bildet den Abschluss einer Trilogie und verbindet persönliche Verluste mit der Einsamkeit des ländlichen Spaniens zu einem erstaunlich lebendigen Werk.
„Graveyards Of Joy“ lässt die Musik atmen
Als Referenzen nennt das Label unter anderem PINK FLOYD, KATATONIA und CANDLEMASS. Die Mischung erschließt sich weniger über einzelne Riffs als über die Atmosphäre und den Spannungsbogen der Arrangements. Mächtige Hammond-Orgeln treffen auf einsamen Folk, cineastische Streicher öffnen weite Räume und schwere Doom-Gitarren verlieren nie den Blick für eingängige Melodien.
Direkt zu Beginn zieht „Mare Ignis“ die Hörer:innen langsam in diese Welt hinein, später zeigt sich das siebenminütige „Deliverance“ als Herzstück des Albums. Zwischen akustischer Zurückhaltung und tonnenschweren Riffs entwickelt sich ein grandioser Spannungsbogen, bei dem Christopher B. Wildman stimmlich überraschend nah an NICK CAVE heranrückt.
TODOMAL finden die Balance zwischen Schwere und Weite
Inhaltlich kreisen die neun Stücke um Trauer, Wut und Vergänglichkeit. Der Titeltrack beschwört die Geisterstädte Ostspaniens herauf, während „Humanised Gods“ – ausgehend von der römischen Antike – Kritik am modernen, exzessiven Individualismus übt. Solche inhaltlichen Ebenen verleihen der Platte zusätzliche Tiefe, die Musik erschließt sich aber auch ohne genaue Kenntnis der Texte.
Dass die 43 Minuten Spielzeit nicht ermüden, liegt auch an der warmen, organischen Produktion von Javier Fernández Milla. Die Instrumente haben Luft zum Atmen; ruhige Passagen verhindern, dass das Album in genrebedingter Monotonie versinkt.
„Graveyards Of Joy“ belohnt geduldige Hörer
TODOMAL gelingt nach dem Debüt „Ultracrepidarian“ (2021) und „A Greater Good“ (2023) ein bemerkenswerter Abschluss ihrer Trilogie. „Graveyards Of Joy“ verlangt Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit vielschichtigen Arrangements und einem Songwriting, das Schwere nie mit Stillstand oder Hoffnungslosigkeit verwechselt.

Todomal - Graveyards of Joy
Torsten Meierhöfer



















„Die Spanier TODOMAL kündigen mit ihrem dritten Werk ein auf den ersten Blick freudloses Album an – anders lässt sich der Titel „Graveyards Of Joy“ kaum interpretieren.“
Doch, das kann man schon, wenn man möchte. Es könnten ja Friedhöfe sein, auf denen man sich prima amüsieren kann.