
Soundcheck Oktober 2026# 24
Galerie mit 26 Bildern: Ignea – Summer Breeze Open Air 2024


Mit „Monumental“ veröffentlichen IGNEA dreieinhalb Jahre nach „Dreams Of Lands Unseen“ ihr zweites Album bei einem großen Label. Soweit, so gut. Doch es ist nicht nur das zweite Album bei Napalm Records, sondern auch das zweite, das die ukrainische Gruppe während einer feindlichen Invasion ihres Heimatlands aufnahm. Die Scheibe entstand im Winter 2025/2026 unter schwierigen Bedingungen. Zeitweise kam es in Kyiv, wo sich die Bandzentrale befindet, zu Stromausfällen. Wenig verwunderlich also, dass die ersten Klänge alles andere als fröhlich sind.
IGNEA bauen sich ihr eigenes Monument
Die ersten Töne von „Darkness“ werden von einer unheilvollen Keyboardmelodie geprägt, die sich gemeinsam mit Helle Bohdanovas Stimme durch den gesamten Song zieht. Das Lied klingt wie eine boshafte Vorahnung dessen, was noch kommen wird. Es ist ein Intro in voller Länge und dennoch ein vollwertiger Song, der Gänsehaut bereitet.
Einen ebenfalls düsteren, aber aggressiveren Vibe hat „Dreams Of Lands Unseen“, das ebenso gut der Titeltrack des Vorgängers sein könnte. Hier packt Bohdanova ihre voluminösen Growls aus und zeigt, wie spielerisch sie zwischen diesen und dem Klargesang wechseln kann. Auch das Keyboard von Yevhenii Zhytniuk, der für fast das gesamte Songwriting verantwortlich war, ist sehr präsent und klingt erneut wie aus der Vergangenheit. Das ist durchaus beabsichtigt, denn das gesamte Album versprüht einen retrofuturistischen Vibe.
Retrofuturistik und Melancholie
Die Melancholie setzt sich in „Presence Of The Past“ fort, das mit passenden Keyboardklängen und atmosphärischen Blastbeats aufwartet. Helle Bohdanovas Summen am Ende ist wunderschön, während das anschließend eingespielte Sample einen in der Zeit zurückreisen lässt. Ähnlich funktioniert auch „What Buildings Dream Of“.
Doch wer glaubt, dass sich diese Formel durch das gesamte Album zieht, wird von „Prefab“ wachgerüttelt. Hier begleitet Andy LaPlegua von COMBICHRIST die Band und rückt den Song in Richtung Industrial, ohne dass IGNEA dabei ihre Identität verlieren.
„I Am In Hell“ ist ein stimmungsvolles, kurzes, balladeskes Stück, das mit seinem gefühlvollen Piano überzeugt. „Between No Longer And Not Yet“ wiederum zeigt die musikalische Vielseitigkeit der Ukrainer. Ein prominentes Feature gibt es außerdem auf „Harmony Manufactured“, bei dem sich Helle Bohdanova und Britta Görtz (HIRAES) gegenseitig anschreien. Wenig überraschend ist dies der härteste Song auf „Monumental“.
„Monumental“ ist die Spitze der bisherigen Diskografie
Mit „Monumental“ setzen IGNEA ihrem bisherigen Schaffen die Krone auf. Das Album ist in jeder Hinsicht schneller, höher und weiter. Es bleibt zu hoffen, dass dieser russische Diktator möglichst bald von der Macht entfernt wird, damit die Band und das gesamte Land endlich in Freiheit Musik machen und leben können.

Jannik Kleemann






























Kommentare
Sag Deine Meinung!