Entera
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Interview

ENTERA aus Nürnberg werkeln schon seit geraumer Zeit in der Szene herum, ohne sonderlich viel Beachtung bekommen zu haben. Mit ihrer aktuellen EP "Daily Terror" könnte sich das ändern. Wir sprachen mit Bandchef Carsten Lutter über den aktuellen Stand der Dinge.

EnteraCarsten, ENTERA existieren bereits seit 1990, eure aktuelle EP „Daily Terror“ bildet allerdings erst die vierte Veröffentlichung eurer Band. Lasst ihr euch absichtlich soviel Zeit zwischen den Veröffentlichungen oder hat das andere Gründe?

Die ersten zwei Jahre ist wegen den Besetzungswechseln und der Proberaumsuche nicht so viel passiert. 1993 haben wir dann die Single „Crossing“ aufgenommen, veröffentlicht und die ersten Konzerte gespielt. 1994 ist dann unser Gitarrist Jürgen gestorben und wir mussten uns von dem Drummer trennen. Der zweite Gitarrist Bernd hat dann zum Schlagzeug gewechselt. Das hat uns fast zwei Jahre gekostet. Bis 1999 hatten wir dann nur drei Besetzungswechsel und haben dann die erste CD aufgenommen und veröffentlicht. 2003 folgte gleich die zweite CD und dann kam der Umzug vom Saarland nach Franken und ich musste wieder Musiker und einen Proberaum suchen. Das hat sich bis Ende 2006 gezogen, wobei wir zwischendurch jede Menge Konzerte mit einem Aushilfsgitarristen gespielt haben. Anfang 2007 haben wir dann mit den Aufnahmen für die „Daily Terror“ CD begonnen. Das erstellen des CD Rom Parts hat fast 2 Jahre gedauert. Mit dem hatte ich schon lange vorher angefangen.

Auf „Daily Terror“ frönt ihr dem Thrash Metal der alten Schule, häufig kommen einem Bands wie OVERKILL, frühe ANTHRAX oder ANNIHILATOR in den Sinn. Kann man diese Truppen als euren Einfluss sehen?

Ich denke schon, dass uns diese Bands beeinflusst haben, wir versuchen aber etwas eigenes zu machen. Es gibt heute viel zu viele Bands die sehr ähnlich klingen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Bands alle im gleichen Studio waren. Früher hat man die Bands am Sound schon erkannt und ich finde es hat sich die Art Songs zu schreiben verändert. Ich mag Bands wie z.B. MACABRE. Man hört sich die Platte einmal an und die Songs bleiben sofort im Gehör.

Wer ist eigentlich verantwortlich für solch kuriose Songtitel wie „If Assholes Would Be Flying Pigs“ und „Problems Are Like Pimples“ und was hat es damit auf sich?

Die Texte schreibe ich. In „If Assholes Would Be Flying Pigs“ geht es darum, dass es immer mehr Arschlöcher auf der Welt gibt. Jetzt stell dir vor, alle Arschlöcher wären fliegende Schweine. Es wäre auf der Welt sehr ruhig und friedlich. Der Nachteil wäre halt, es würde Scheiße regnen. In „Problems Are Like Pimples“ geht es darum, dass sich viele Leute von ihren Problemen zu sehr leiten lassen. Dabei sind Probleme genauso wie Pickel. Sie kommen, schmerzen und gehen wieder.

Auffallend ist natürlich auch, dass von den fünf Stücken der EP ein Instrumental dabei ist und ihr großen Wert auf klare Abmischungen der Instrumente legt. Seht ihr euch selbst eher als Instrumental agierende Band als gesangsorientiert?

Bei uns soll jedes Instrument und auch der Gesang klar zu hören sein und ist auch gleich wichtig. Was nützt es, wenn die Gitarren so laut sind, dass der Bass und Teile vom Schlagzeug (oft die Toms) nicht mehr klar zu hören sind, oder klingen wie ein elektronisches Schlagzeug? Wir spielen auf Konzerten oft ein Instrumental als Intro und deswegen ist es auch auf der CD gelandet. Auf unserer ersten CD war auch schon ein Instrumental als erstes Stück drauf.

Die enthaltenen Videos auf „Daily Terror“, „You Pull Me Down“ und „Sanguis Humanus“, sind mit viel Enthusiasmus und Mühe produziert worden, und bieten eine kurzweilige Unterhaltung. Warum habt ihr euch gerade für diese Songs entschieden, einen jeweiligen Clip zu machen?

„You Pull Me Down“ hat sich angeboten, weil der Text leicht bildlich umzusetzen war. Wir haben zwei Schauspieler gesucht und dann die Szenen gedreht. Es geht um Beziehungsstress. Sie nörgelt ständig an ihm rum, egal was er macht. Für die Live Ausschnitte haben wir bei mehreren Konzerten gefilmt und dann die Besten ausgesucht.
Bei allen anderen Songs wäre es sehr schwer und teuer gewesen, dazu ein Video zu machen, bei dem der Text umgesetzt wird. Deswegen haben wir in einer alten Fabrikhalle gedreht und uns für „Sanguis Humanus“ entschieden. Bei dem Dreh war es verdammt kalt und wir mussten mehrere Stunden im T-Shirt drehen, bis dann bei uns die Finger nicht mehr wollten.

Die Bandgeschichte von ENTERA ist geprägt von so einigen Tiefen, dabei spielen natürlich auch die Todesfälle zweier Musiker eine Rolle. Wie geht man als Band mit so etwas um? Werden solche Schicksalsschläge musikalisch integriert?

Der Tod von Jürgen 1994 war sehr schwer für uns. Zu der Zeit probten wir vier bis fünf mal pro Woche und am Wochenende waren wir immer zusammen unterwegs. Als wir uns nach ein paar Tagen das erste Mal im Proberaum getroffen haben, war das eine bedrückende Stimmung. Sein Zeug stand halt wie immer im Raum und man rechnete damit, dass gleich die Tür aufgeht und er kommt rein. Wir überlegten, ob wir aufhören sollten, aber wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass er es wahrscheinlich auch gewollte hätte, dass wir weitermachen. Ich hatte zu der Zeit noch eine zweite Band mit Jürgen und mit der haben wir auch weitergemacht. Mit dieser Band haben wir einen Song über Jürgens Tod geschrieben.
Bei Holger war es etwas anders, da er nach seinem Ausstieg ermordet wurde. Wir hatten nach seinem Ausstieg regelmäßig Kontakt und er hat auch mit seiner neuen Band mit uns zusammen ein Konzert gespielt.

Auf eurer Homepage ist zu lesen, dass ihr einen Drummer und Gitarristen sucht. Sind die auf der EP zu hörenden Musiker Jonas und Daniel ausgestiegen?

Jonas und Daniel sind aus beruflichen Gründen ausgestiegen. Es gab keinen Streit. Wir haben darüber gesprochen und sie haben dann die noch ausgemachten Konzerte alle noch mitgespielt. Falls ich bis Herbst keinen Gitarristen gefunden habe, wird mir Daniel vielleicht für zwei Gigs aushelfen. Mit wäre es eigentlich am liebsten, wenn die Besetzung immer gleich bleiben würde, aber leider lässt sich das nicht immer machen. Momentan teste ich ein paar Musiker an, habe mich aber noch nicht für einen entschieden.

„Daily Terror“ wurde ja bereits Mitte 2008 veröffentlicht. Gibt es schon neues Material oder arbeitet ihr bereits an einem Nachfolger?

Ich habe für 10 Songs bereits die Texte fertig und einige neue Riffs geschrieben. Allerdings möchte ich mit dem Song schreiben warten, bis ich neue Musiker gefunden habe. ENTERA soll eine richtige Band sein und ich möchte, dass die komplette Band die Songs im Proberaum schreibt. Es macht keinen Sinn, den anderen Musiker vorzuschreiben, was sie spielen sollen. Ich denke, dann sind sie schnell unzufrieden.

Da ihr aus dem Raum Nürnberg kommt liegt es auf der Hand, dass ihr dort viel unterwegs seid. Wann verschlägt es euch denn mal zu dem Rest der Republik?

Sobald die neuen Musiker da sind, werden wir versuchen in ganz Deutschland zu spielen. Da ich ursprünglich aus dem Saarland komme, spielen wir auch ab und zu im Saarland und in Rheinland Pfalz.

Vielen Dank für das Interview. Irgendwelche letzten Worte?

Vielen Danke für das Interview und Gruß an alle Leser und Fans. Schaut ab und zu mal auf die Homepage www.entera.org!

07.07.2009

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