One Man Army And The Undead Quartet
One Man Army And The Undead Quartet

Interview

Eine große Ehre und Freude war es für mich, anläßlich der neuen One Man Army And The Undead Quartet CD, "Error In Evolution", ein Interview mit Johan Lindstrand führen zu dürfen. Natürlich ließ ich es mir als alter Verfechter der "The Crown’schen Lehre" auch nicht nehmen, den großen Meister nach ein paar Details aus seiner Vergangenheit zu fragen. Und so leset nun, welch Botschaft euch Johan Lindstrand a.k.a. "Dr. Death", a.k.a. "Satan From Hell", a.k.a. "One Man Army himself" in seiner großen Weisheit verkünden mag!.

One Man Army And The Undead QuartetHallo Johan! Eure neue CD „Error In Evolution“ wird ab dem 9. März erhältlich sein! Was gibt es denn so allgemein über die Aufnahmesessions zu erzählen?

Also, im Oktober 2006 begannen wir im Studio Deadline mit den Aufnahmen, was so etwa fünf Wochen dauerte. Danach gingen wir noch zum Mastern ins Bohus Sound Studio. Alles in allem liefen die Aufnahmen zum neuen Album sehr entspannt ab, da alle sehr konzentriert arbeiteten. Was auch viel einfacher war, da wir uns mittlerweile viel besser kennen.

Meiner Meinung nach offenbart „Error In Evolution“ sehr viel mehr Einflüsse, als sein beinahe komplett von dir alleine geschriebener Vorgänger „21st Century Killing Machine“. Kommt das vielleicht daher, daß ihr im Verlauf des letzten Jahres zu einem richtigen Team geworden seit? Wer hat zum Beispiel den starken „METALLICA-Touch“ eingebracht, und wer war für die rockigen Momente in „Nightmare In Ashes And Blood“ verantwortlich?

Yeah, völlig richtig! Durch die vielen Touren sind wir zu einer richtigen Mannschaft geworden. Wir stehen uns richtig nahe und jeder weiß was der andere denkt oder will, ohne fragen zu müssen! Außerdem bin ich wirklich glücklich darüber, daß die anderen Jungs so tolle Ideen eingebracht haben. Im Vergleich zur eher primitiven Atmosphäre des ersten Albums, ist die Musik wirklich gewachsen. Das groovige Thrash-Zeug stammt hauptsächlich aus Michaels Feder, das rockige von mir.

Das neue Coverartwork ist ziemlich cool geworden. Ich finde es besser als das Alte. Wer hat es denn gemalt? Hat Euer Maskottchen, das auch diese mal wieder mit von der Partie ist, eigentlich einen Namen? Vielleicht Johan? 😉

Hehe, in der Tat wird es sehr bald einen Wettbewerb geben, um einen Namen für das Monster zu finden! Der Gewinner wird ein paar extrem rare Preise erhalten, und ich meine extrem rar!!!
Der Künstler der die beiden Cover gemalt hat heißt Anthony Clarksson und hat meiner Meinung nach genau das gefunden, worauf es bei uns ankommt.

Mit „He’s Back (The Man Behind The Mask)“ ist ein Alice Cooper-Cover auf der Platte gelandet. Habt Ihr den Song wegen Coopers Horror/Shock-Image ausgewählt? Die clean gesungenen Parts stammen aber nicht aus Deiner Kehle, oder? Denkst Du, daß der Song in den Clubs laufen könnte? Das Zeug dazu hat er ja, wie ich finde!

Ich wollte dieses Lied schon sehr lange einmal covern. Sogar schon als ich noch bei THE CROWN war. Allerdings wurde dieser Vorschlag immer abgelehnt. Um so mehr freute es mich, daß meine neuen Kollegen von dieser Idee sofort überzeugt waren. Ich liebe den Song und ich liebe den Film [„Jason“, Anm d.A.]. Dieser klassische 80er Horrorstreifen war wegen der ganzen Zensur in Schweden damals nur schwer zu bekommen. Einer der Gründe dafür, daß der Song hierzulande so berühmt wurde, könnte auch sein, daß Alice ihn nur in Schweden spielt. Das habe ich zumindest gehört. Den klaren Gesang auf unseren Version hat SCAR SYMMETRY-Sänger Christian Älvestam übernommen. Er ist ein noch größerer Jason-Fan als ich und gerade deswegen finde ich es cool, daß er dabei ist. Außerdem macht er einen verdammt guten Job! Ob es ein großer Hit wird? Schau mer mal!

Was machen ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET, wenn sie gerade mal nicht auf Tour sind oder proben? Kriege anzetteln?

Wir haben alle unsere Sideprojects. Ich bin der neue Sänger bei INCAPACITY, Michael spielt in der Rockband BLACKBUSH, Pekka und Robert sind bei der Death/Thrash Band FRACTION OF CHAOS aktiv und Marek spielt noch bei RECLUSION. Diese Bands nehmen aber nicht viel Zeit in Anspruch und sind nur Nebenbeschäftigungen, wenn es mit der Army nicht viel zu tun gibt. Außer Musik zu machen schauen wir alle gerne Filme, verbringen Zeit mit unseren Freundinnen, ganz normale Sachen eben. Ich habe z.B. einen deutschen Schäferhund, da ich Hunde liebe.

Im Dezember und Januar führte Euch eine Headliner-Tour durch unser Land. Allerdings ohne neues Album, was ja schon ein bißchen ungewöhnlich ist. Wolltet Ihr nicht noch bis zur Veröffentlichung Eurer neuen Scheibe warten? War die Reise denn ein Erfolg und kommt Ihr dieses Jahr noch einmal auf Tour zu uns?

Auf jeden Fall! Wir wollen diese Jahr soviel wie möglich spielen. Die Tour fand statt, da wir unsere „Weihnachtssingle“ „Christmas For The Lobotomizer“ veröffentlichten, und wir diese Single und das anstehende Album mit ein paar kleineren Clubshows unterstützen wollten. Deshalb gab es auch einen neuen Song von „Error In Evolution“ zu hören. Den Fans hat es sehr gefallen und wir hatten auch einen Riesenspaß!

Vielleicht kennst Du ja einen Typen namens Valle (von IMPIOUS), mit dem ich letzen Monat ein Interview geführt habe. Jetzt mal ganz ehrlich: Findest Du es normal, daß zwei Bands aus der gleichen Stadt die zwei besten Alben des Jahres herausbringen? (Ich weiß, es ist zwar erst März, aber was soll jetzt noch kommen?! Anm. d. A.) Da stimmt doch was nicht! Gefällt Dir das IMPIOUS-Comic-Booklett? Könntest Du dir so etwas in der Art auch für ONE MAN ARMY vorstellen? Vielleicht ein animiertes Video?

Oh Ja, Valle ist ein enger Freund von mir und Studio Deadline gehört ihm! Cool, daß Du Trollhättanmetal magst, haha. Der Comic gefällt mir schon ziemlich gut, aber ich denke nicht, daß wir so etwas mal machen. Diese Idee gehört IMPIOUS!

Dein Umgang mit den Fans sollte jedem Musiker ein Beispiel sein: Du bist immer freundlich und höflich und hast für jeden, der etwas von Dir will, Zeit! Macht es Dir Spaß, mit den Fans abzuhängen? Wann ist der Punkt erreicht, an dem Du sagst: „das geht zu weit“? Hast Du ein paar verrückte Fangeschichten auf Lager?

Nun ja, wir sind ja nicht so groß, daß tausende von Fans auf mir herumhüpfen. Ich denke aber schon, daß es wichtig ist, den Fans Respekt zu zeigen. Schließlich sind sie es, die dir ermöglichen in ihrer Stadt zu spielen!

Wolltest Du noch nie selbst bei einem Konzert die Gitarre schwingen? Da Du ja beinahe die gesamte Musik des letzten Albums geschrieben hast, wirst Du wahrscheinlich ein ganz passabler Gitarrist sein. Außerdem würde es mich interessieren, welche Gitarre und Verstärker Du spielst und welchen Drum Computer (welchen ich wegen seines guten Klangs lange gar nicht als solchen erkannt habe!) Du für das Demo benutzt hast.

Das Problem ist, daß ich nicht so gut bin, wie ich es sein könnte wenn ich mehr üben würde. Dazu fehlt mir aber einfach die Zeit. Es gefällt mir, mich statt dessen aufs Singen zu konzentrieren. Hin und wieder die Gitarre in die Hand zu nehmen um ein paar Riffs auszuarbeiten ist aber auch cool. Ich habe eine sehr alte Gitarre aber weder Verstärker noch Aufnahmeequipment. Ich spiele also alles akustisch. Wenn sich ein Riff nämlich unplugged gut anhört, kannst Du Deinen Arsch darauf verwetten, daß es auch eingestöpselt etwas taugt, hehe! Welcher Drum Computer damals benutzt wurde weiß ich nicht mehr. Da müßte man schon Valle fragen, der hat es nämlich aufgenommen.

Als Co-Autor warst Du für unangefochtene Klassiker wie „Misery Speaks“ und „Executioner“ verantworlich! Warum hast Du nicht mehr Songs für THE CROWN geschrieben?

Ganz einfach, weil die anderen Jungs so großartige Songs auch alleine zustande gebracht haben. Außerdem vertraute ich meinem können nicht so sehr und verließ mich daher lieber auf die Anderen. Heute sieht das natürlich anders aus: Ich habe viel gelernt und denke, daß ich ein ganz guter Songwriter bin. Es hat aber eine ganze Weile gedauert, bis ich selbst daran glaubte, daß ich es auch alleine kann.

Kannst Du mir die Gründe dafür verraten, warum Du 2001 THE CROWN verlassen hast?

Ich hatte sowohl persönliche auch finanzielle Probleme zu dieser Zeit.

Erinnerst Du Dich an die ersten Zeilen von „Mysterion“? War das autobiographisch?

Haha, nicht wirklich. Das letzte mal, daß ich diesen Song gesungen habe, war vor elf Jahren im Studio. Und gehört habe ich ihn zuletzt vor fünf oder sechs Jahren.

Siehst Du deine alten THE CROWN-Kollegen noch manchmal? Haben Magnus und Marcus schon etwas mit ihren neuen Bands veröffentlicht?

Marko und Janne sehe ich schon noch hin und wieder. Marcus und Magnus haben zwar schon etwas aufgenommen aber noch nichts veröffentlicht.

Seit geraumer Zeit bist Du ja auch noch bei INCAPACITY aktiv. Wie schaffst Du es, zwei Bands, von denen die eine immer berühmter wird, unter einen Hut zu bekommen?

Wie gesagt, INCAPACITY ist ein Nebenprojekt, welches der Army nicht viel Zeit wegnimmt.

In der Dankesliste der letzten Platte grüßt Du Deinen Hund. Was ist es denn für einer und wer paßt auf ihn auf, wenn Du auf Tour bist?

Ein Schäferhund. Er ist mein absolut bester Freund und meine Ex-Frau nimmt ihn oft, wenn ich für längere Zeit unterwegs bin.

So, das war’s dann! Ich hoffe meine neugierigen Fragen waren noch im Rahmen des Erträglichen, aber sorry, ich bin halt auch nur ein Fan! Vielen Dank für das Interview! Gibt es etwas, das Du Euren Anhängern da draußen noch sagen willst?

Ich danke Dir fürs Interview. Die Freude war ganz auf meiner Seite. Leute, hört Euch „Error In Evolution“ an!!! Cheers!

02.03.2007

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