Walkways
und der Weg zurück zu sich selbst!

Interview

Piano und Streicher spielen auf „A Reminder“ eine deutlich größere Rolle. Was haben diese Elemente in die Songs eingebracht, was Gitarren allein nicht hätten leisten können?

[Bar]: Das Piano ist mein erstes Instrument, auch wenn ich mich darauf deutlich weniger sicher fühle. Für mich ist es viel persönlicher. Wenn ich Musik auf der Gitarre schreibe, kann ich mich dahinter verstecken – hinter Riffs, Verzerrung, schnellem oder schwerem Spiel. Da ich viel weniger versiert bin und keine Technik am Piano habe, bin ich vollkommen ungeschützt. Keine Masken, keine Alter Egos.

Das Piano ist für mich das intimste Instrument. Es lässt mein Herz transparent erscheinen. Es gibt Songs, die ich am Piano zu schreiben begonnen und später für Gitarren arrangiert habe. Aber bestimmte Parts fühlten sich so an, als müssten sie ehrlich und intim bleiben. Deshalb habe ich das Piano diesmal beibehalten.

Und bei Streichern fühle ich mich ein wenig unqualifiziert. Aber fast jedes Mal, wenn ich dichte Akkorde mit erbarmungslosen, schmerzhaften, herzzerreißenden Harmonien höre, die mit Streicherarrangements kombiniert werden, katapultiert mich das auf eine völlig andere Ebene, auf der ich die Musik tatsächlich auf die intensivste körperliche Weise fühle.

Die Lyrics beschäftigen sich mit Schmerz, Rückfällen, Heilung und persönlicher Veränderung. Gab es während des Schreibprozesses einen bestimmten Moment, in dem euch klar wurde, wie persönlich dieses Album werden würde?

[Ran]: Es war kein einzelner Moment, sondern eine allmähliche Erkenntnis, die immer stärker wurde. Wie etwas, das zunächst unscharf ist und immer klarer wird, je näher man ihm kommt, begann sich das Material während der Arbeit immer persönlicher und wichtiger anzufühlen.

Die Ideen und Bedeutungen hinter den Songs wurden immer tiefgründiger. Irgendwann ging es nicht mehr um einzelne Songs, sondern um eine ganze Reise: zu fallen, wieder aufzustehen und zu verstehen, dass genau das Wiederaufstehen der entscheidende Punkt ist.

Es hat außerdem etwas unglaublich Kraftvolles, solche Momente zu überwinden. Es baut Resilienz auf und macht es irgendwie leichter, sich jeder zukünftigen Herausforderung zu stellen. Heilung bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Leben aufhört, schwierig zu sein. Die Herausforderungen sind immer noch da. Aber zu wissen, dass man schon einmal gefallen ist und es geschafft hat, den Kopf zu heben, aufrecht zu stehen und weiterzugehen, macht einen besser gerüstet für das, was als Nächstes kommt.

Es ist eine Erinnerung daran, dass man es schon einmal geschafft hat – und es wieder schaffen kann.

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Quelle: Walkways
03.09.2026

It`s all about the he said, she said bullshit.

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