Walkways - Bleed Out, Heal Out

Review

Soundcheck Juni 2019# 12

„Wir entscheiden uns, die Kontrolle zu behalten und uns darüber zu erheben. Keine Ausreden, egal was wir durchgemacht haben. Unsere Vergangenheit ist nicht unsere Zukunft.“ WALKWAYS aus Tel Aliv gehen ihren Weg, abgewandt, den Rücken denjenigen zukehrend, die ihr eigenes Ego ohne Rücksicht durchsetzen wollen und müssen. Gehen den Weg Emotionen in Musik zu verpacken.

Die Zukunft ist Jetzt

Mit diesem selbst gewählten Stilmittel, ihre Art Geschichte zu erzählen, sind die alternativen Metaler seid 2006 unterwegs. Ihr Debüt „Safe in Sound“ (2013) beförderte die Israeliten auf dieselbe Bühne mit Bands wie IN FLAMES und AVENGED SEVENFOLD. Die Platte, die hier weniger im Radar war, stellte für WALKWAYS somit alle Weichen. Weichen in die richtige Richtung.

Blut klebt an Händen: „Bleed Out, Heal Out“

Bei „Bleed Out, Heal Out“ geht es im zweiten Release der Band, nicht nur um die reine Vertonung schlechter Zeiten. WALKWAYS setzen ihre Geschichte fort. „Bleed Out, Heal Out“ ist Ausbluten. Kein gedankenverlorenes Herumfriemeln an kleinen, oberflächlichen Kratzern. Blut klebt an Händen, Zeit diesen Fakten ins Auge zu sehen. Zeit zu heilen. Mit diesem Bewusstsein, mit der nötigen Intensität greifen die Israeliten zum Mikro und zu den Instrumenten und führen uns auf eine Reise durch sechs Kapitel. Eine Reise die mit Schmerz und Trauer beginnt und über die Verarbeitung bis zu neuen positiven Gefühlen führt. Eine Reise, die gleichzeitig aber auch alle Außeneinwirkungen aufzeigt, denen man machtlos gegenüber steht, die einen stolpern aber auch stärker werden lassen. Ein ewiger Kreislauf. Ein ewiges Wechselbad der Gefühle.

WALKWAYS bewegen

Und somit direkt im ersten Track („Till The End“) immer wieder ein verzweifelt, anklagendes „I don`t understand it“. Mit ständig, aufkeimenden, rotzigen Passagen drückt sich Frontmann Ran Yerushalmi in den Vordergrund. Passagen, die an LINKIN PARK zu ihren Anfangszeiten erinnern, und WALKWAYS‘ Vorliebe für Nu Metal-Nuancen zeigen. Immer wieder bäumt sich abgrundtiefe Verzweiflung auf, welche durch leise, gesprochene Sequenzen und Sreams („Hell Born Shove“) verstärkt wird.

Mit ruhigeren, sauberen Vocals und groovigen Gitarren („Despair/For Heavens Sake“) klart der Himmel über den deprimierten Köpfen etwas auf. „Bleed Out, Heal Out“ vertreibt die Geister der Vergangenheit und heißt eine bessere Zukunft willkommen. Fließend, pumpendes Gitarrenriffing, Lyrics, die eine persönliche Verarbeitung ureigener Ängste und Fragen darstellen: WALKWAYS bewegen. Setzen den Kopf in Gang, welcher im Rhythmus nickt und gleichzeitig den Vocals denkend hinterherhängt.

Eine Verbindung von Alt und Neu

Sich im Raster des modernen, alternativen Metals (NOTHING MORE, DISTURBED, IN FLAMES) bewegend, baut sich die Band aus Israel nicht nur eine eigene Geschichte sondern auch einen eigenen Sound auf, der sicherlich an gute alte 90s-Metal-Zeiten erinnern mag, sich aber gleichzeitig auch mit frischen progressiveren Tönen verbindet. Routiniert, wie alte Metalhasen zimmern sich WALKWAYS durch eine Spielzeit, die keinen Einheitsbrei präsentiert. Die Metalkost sowie die Thematik, die diese Platte beschreibt, weiß mit Energie und Emotionen zu überzeugen.

Mit „Bleed Out, Heal Out“ zeigen die Männer aus Tel Aviv ihr Gesicht, nehmen ein Stück mit auf einen Weg, der für  WALKWAYS gerade erst so richtig begonnen hat.

 

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05.06.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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2 Kommentare zu Walkways - Bleed Out, Heal Out

  1. royale sagt:

    krass! dachte erst da sing mein Vermieter!

    1. royale sagt:

      …man sollte nicht in der Bahn tippen 0_o