Wolfchant
"Es ist ein Blick zurück, aber immer mit Blick nach vorne."

Interview

Wir haben mit WOLFCHANT über ihr neues Album „Echoes Of A Time Once Past“, Erinnerungen und die lange Bedeutung der Band im Pagan-Metal gesprochen.

Hey, willkommen bei Metal.de. Heute sprechen wir mit Lokhi von WOLFCHANT über das neue Album „Echoes Of A Time Once Past“, welches am 13. Februar erscheint. Schön, dass du dir Zeit für uns nimmst.

Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein und über das neue Album sprechen zu können.

Echoes Of A Time Once Past“ ist bereits euer achtes Studioalbum. Fühlt es sich manchmal surreal an, wenn man bedenkt, wie lange ihr schon dabei seid?

Absolut. Als wir angefangen haben, denkt man nicht an acht Alben. Da geht es erst mal darum, überhaupt irgendwo auf einer Bühne zu stehen – vielleicht im Nachbardorf. Und dann vergehen plötzlich zwanzig Jahre, und man sitzt hier und spricht über ein neues Album. Genau deshalb passt der Titel auch so gut. Man blickt zurück, und je älter man wird, desto stärker werden diese Echos aus der Vergangenheit.

Der Albumtitel klingt sehr nach Erinnerung, Geschichte und Nachhall. Was bedeutet er für dich persönlich?

Irgendwann realisiert man einfach, wie lange man schon Teil dieser Szene ist. Pagan-Metal hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute. Wir haben das große Glück, immer noch Shows spielen zu können, Alben zu veröffentlichen und dass es Menschen gibt, die unsere Musik hören wollen.

Beim neuen Album war uns wichtig, das Alte mit dem zu verbinden, was wir in den letzten Jahren gemacht haben – musikalisch wie textlich. Es ist ein Blick zurück, aber immer mit Blick nach vorne. Die Reise geht weiter.

Ihr habt das Album zwischen November 2024 und März 2025 produziert. Wie fühlt sich Studioarbeit für dich heute an?

Sehr gut, vor allem weil es unser eigenes Studio ist. Das ist der Keller unseres Gitarristen, den wir über die Jahre immer weiter ausgebaut haben. Dort haben wir schon lange unsere Produktionen gemacht. Diese Vertrautheit ist ein riesiger Vorteil – man kann aufnehmen, wenn es passt, ohne Druck.

Das passt gut zu eurer langen Entwicklung als Band.

Genau. Wir haben schon bei den ersten Demos angefangen, selbst aufzunehmen. Am Anfang klang das natürlich furchtbar. Dann kamen teure Studioaufenthalte dazu, und irgendwann haben wir gemerkt: Das können wir auch selbst lernen.

Unser Gitarrist hat sich zum Soundengineer weiterentwickelt, und bei diesem Album hat er alles selbst gemacht – Recording, Mixing, Produktion. Gemastert wurde es früher oft extern, aber diesmal kam alles aus einer Hand. Wir sind extrem zufrieden mit dem Sound.

Geschichte, Mythologie und Natur spielen bei WOLFCHANT seit jeher eine große Rolle. Wie präsent sind diese Themen auf dem neuen Album?

Die sind immer Teil unserer Musik, weil sie uns beschäftigen. Naturmystik, Geschichte, alte Mythen – das zieht sich durch unsere Texte. Dieses Mal haben wir aber auch bewusst neue Akzente gesetzt, etwa mit Goddess of Fire, einer verführerischen, zerstörerischen Göttinnenfigur.

Gleichzeitig greifen wir auch wieder historische Themen auf, etwa Inquisition und Hexenverfolgung, mit direktem Bezug zu unserer Heimat. Und natürlich bleibt die Natur als übermächtige Kraft ein zentrales Motiv – sie zeigt uns immer wieder, wie klein der Mensch eigentlich ist.

Gibt es eine zentrale Geschichte, die „Echoes Of A Time Once Past“ erzählt?

Nein, bewusst nicht. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte. Ich tue mich generell schwer damit, ein Lieblingslied oder eine Hauptaussage festzulegen. Das Album ist die Essenz aus vielen Ideen, Geschichten und Texten.

Wenn ich etwas hervorheben müsste, dann eher die Grundhaltung: weitermachen, nicht aufgeben. Diese positive, kämpferische Haltung war uns immer wichtig.

Gab es beim Songwriting Momente, in denen ihr bewusst neue Wege gegangen seid?

Wir haben nie versucht, das Rad neu zu erfinden. Aber wir ziehen uns immer wieder Elemente aus verschiedenen Genres – Black Metal, Thrash, Power Metal – und bauen sie in unseren Sound ein.

Unsere Einflüsse reichen von Iron Maiden und Manowar bis zu Dissection. Jeder bringt etwas mit, und daraus entsteht unser Stil. Wiedererkennungswert war uns wichtiger als Innovation um jeden Preis.

In einer sehr schnellen Welt wirkt das Album fast entschleunigend. War das Absicht?

Ja. Wir wollten ein Album schaffen, das einen mitnimmt, eine Art Reise im Kopf. Musik, bei der man abschalten kann.

Das gilt auch für das Artwork: viele Details, viele Ebenen. So wie früher, als man ein Album komplett gehört, das Cover studiert und die Texte gelesen hat. Dieses Erlebnis wollten wir ein Stück weit zurückholen.

Apropos Artwork – wie ist das Cover entstanden?

Wir haben zunächst Skizzen gemacht, unser Bassist hat eine erste digitale Version erstellt, und dann alles an den Künstler weitergegeben – inklusive Texte und Ideen.

Das Ganze hat gut zwei Monate gedauert. Als wir das fertige Artwork gesehen haben, wussten wir sofort: Genau das ist es. Er hat perfekt umgesetzt, was wir im Kopf hatten, aber selbst nicht hätten zeichnen können.

Was hält eine Band wie WOLFCHANT über so viele Jahre zusammen?

Es ist unser Hobby, unsere Leidenschaft. Wir werden zu nichts gezwungen, wir machen alles freiwillig. Musik steht nicht über Familie oder Beruf, aber sie ist ein zentraler Teil unseres Lebens.

Wir sind zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Vielleicht hätten wir größer werden können, aber das war nie unser oberstes Ziel. Wichtig ist, dass es für uns passt.

Worauf freust du dich live besonders?

Natürlich auf die neuen Songs. Lifeblood und Goddess of Fire sind bereits draußen, ein dritter Song kommt kurz vor der Tour. Die neuen Stücke sind technisch anspruchsvoll, aber genau das macht Spaß.

Wie nimmst du die aktuelle Pagan- und Folk-Metal-Szene wahr?

Nach dem großen Hype vor vielen Jahren war es lange ruhiger. Aber aktuell spürt man wieder Bewegung: mehr Anfragen, neue Bands, mehr Festivals.

Ich glaube, Pagan Metal wird wieder stärker werden – nicht so groß wie früher, aber definitiv präsenter.

Welche Verantwortung trägt Musik, die sich mit Geschichte und Identität beschäftigt?

Eine große. Wir waren immer bewusst unpolitisch. Musik soll verbinden, nicht spalten. Jeder soll willkommen sein, unabhängig von Herkunft oder Einstellung.

Metal war für uns immer ein Ort, an dem man den Alltag hinter sich lassen und einfach eine gute Zeit haben kann.

Wenn das Album eine Botschaft hätte – wie würde sie lauten?

Lass dich treiben, geh gestärkt wieder raus und gib niemals auf. Egal wie schwer es wird: weitermachen, nach vorne schauen. Das war schon immer unsere Botschaft.

Vielen Dank für das Gespräch.

Galerie mit 25 Bildern: Wolfchant - Summer Breeze Open Air 2023
08.02.2026

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