
Hollywood Vampires
Die teuerste Coverband der Welt
Konzertbericht
Dass auf den beiden Alben der HOLLYWOOD VAMPIRES viele Coverversionen zu finden sind, hat der Band den Ruf der teuersten Coverband der Welt eingebracht. Kein Wunder, denn dahinter stecken Alice Cooper, Johnny Depp, Joe Perry und Tommy Henriksen, die allesamt Rock- und im Fall von Depp auch Filmgeschichte geschrieben haben. Doch irgendwie ist es sympathisch, dass sich ein Haufen alter Säcke zusammenfindet und die Lieder spielt, auf die er Bock hat. Ein paar Nummern aus Coopers Portfolio und Perrys AEROSMITH-Zeit gibt es zudem zu hören.
CASSYETTE eröffnet den Abend
Doch bevor die älteren Herrschaften auf der Bühne stehen, darf mit CASSYETTE eine junge Rockröhre ran. Die Londoner Sängerin kommt im Satinkleid auf die Bühne. Im ersten Moment denkt man, wir bekommen jetzt eine halbe Stunde Pop-Rock mit einem Schuss Alternative geboten, bevor sie uns in manchen Liedern zwischendrin tüchtig anschreit.
Das Publikum nimmt das eher verhalten auf, doch wir sind von den brutaleren Passagen beeindruckt und hätten uns noch mehr davon gewünscht. CASSYETTE mag als Anheizerin heute Abend nur bedingt funktioniert haben, doch wir behalten die Frau, die 2024 ihr Debütalbum „This World Fucking Sucks“ veröffentlicht hat, auf dem Schirm.
Die HOLLYWOOD VAMPIRES wildern in den Klassikern
Auf dem zweiten Album „Rise“ haben die HOLLYWOOD VAMPIRES auch eine Handvoll eigener Stücke, die prägnant und stark sind – beim musikalischen Können der Beteiligten kein Wunder. Somit eröffnet die Gruppe das Set mit den beiden Nummern „I Want My Now“ und „Raise The Dead“. Das Bühnenbild säumt stilecht ein aufblasbares Vampirgebiss.
Alice Cooper bringt seinen Hit „I’m Eighteen“ mit, danach folgen zwei weitere Eigenkompositionen. Bei den Covers machen es sich die HOLLYWOOD VAMPIRES nicht einfach und nehmen nur eigenes Material oder bekannte Nummer-Eins-Hits, sondern liefern persönliche Favoriten oder seltene Diamanten. Viele Originalinterpreten sind bereits verstorben oder die Bands aufgelöst, was auf der Videowand ebenfalls dargestellt wird. Somit gleicht das Ganze einem gigantischen Tribut an die Helden einer Generation, von der außer Alice Cooper nicht mehr viele am Leben sind.
Oft steht Cooper am Gesang, doch auch Depp und Perry nutzen das Mikrofon. Besonders stark ist Johnny Depps Performance von „Heroes“ – DAVID BOWIE wäre stolz. Danach gibt es mit „Highway To Hell“ und „School’s Out“ noch zwei Lieder, die alle mitsingen können, bevor das aus Coopers Soloshows bekannte Medley aus „School’s Out“ und „Another Brick In The Wall“ das Set beendet.
Mit saftigen Ticketpreisen von bis zu 130 Euro ist es trotz der Starbesetzung nicht verwunderlich, dass die Barclays Arena an diesem Sonntag nicht ausverkauft ist. Unterrang und Innenraum sind jedoch gut gefüllt. Natürlich ist es ein etwas anderes Konzerterlebnis, doch gerade einen Megastar wie Johnny Depp so verletzlich und nah auf der Bühne zu erleben, ist einen Besuch bei den HOLLYWOOD VAMPIRES wert. Wir kommen gerne wieder.
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Jannik Kleemann
































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