Siberian Meat Grinder
live in Stuttgart

Konzertbericht

Billing: Cannibal Girls, Hereza und Siberian Meat Grinder
Konzert vom 24.07.2018 | Juha West, Stuttgart

Mit dem Hinweis, dass es noch keine 20 Uhr ist, ist bestimmt noch niemand um 19:58 Uhr an der Kasse abgewiesen worden. Da man eigentlich das Juha West unterstützen möchte, hat man sich kein Fremdbier mitgebracht, sondern wartet anständig bis man sich dann ein gekühltes Bier im Juha West kaufen darf. Stuttgart schwitzt, der Kessel hat sich aufgeheizt und nur wenige Personen lassen sich an einem Dienstag Abend im Stuttgarter Westen zu SIBERIAN MEAT GRINDER blicken. So wenige Personen, dass sich sogar der für 20:30 Uhr angesetzte Beginn nach hinten verschiebt. So eine Unpünktlichkeit ist gar nicht schwäbisch.

Irgendwann stehen dann HEREZA auf der Bühne und Sänger Ivan scheint für seine Verhältnisse recht nüchtern zu sein. Es ist halt Dienstag und außerdem muss sich das Venue nicht schön getrunken werden. Das nimmt ihm aber auch einiges seiner psychopathischen Ausstrahlung und dem Gesang die Rotzigkeit. HEREZA sind eigentlich eine kroatische Band, deren beide Alben Slobodan und Ivan zu zweit in Kroatien aufgenommen und veröffentlicht haben. Irgendwann gab es einen Umzug ins Schwabenland und man holte sich die drei Jungs von THEROPODA dazu. HEREZA spielen sehr crustigen Death Metal und erinnern stellenweise an KORADES aus Halle. Falls, die noch irgendwer kennt. Viele neue Fans gewinnen HEREZA nicht an diesem Abend, das Publikum ist überschaubar und fast jeder hat die umtriebige Band in den letzten beiden Jahren schon irgendwo mal live gesehen.

Bei CANNIBAL GIRLS geht es dann familiär zu, die Kinder vom Gitarristen fläzen sich vor der Bühne während des Soundchecks rum und der Sohnemann filmt auch später das komplette Konzert der Band. Bei der Band treffen Nietengürtel auf Leggins, Gasmasken auf Basecaps und genauso chaotisch hört sich die Musik an. Bei CANNIBAL GIRLS gibt es melodischen, progressiven Death Metal, der von einem DJ unterstützt wird. Hier werde ich noch einige Anläufe brauchen um die Musik zu verstehen oder z.B. auch warum der Sänger die ersten drei Songs eine Atemschutzmaske trägt, in die das Mikro eingesteckt ist.

Beim Headliner SIBERIAN MEAT GRINDER ist es dann doch plötzlich ganz gut gefüllt, die Band scheint einige russischsprachige Sympathisanten aus der Hip-Hop-Szene angezogen zu haben, gibt es doch Überschneidungen mit MOSCOW DEATH BRIGADE, wie z.B. Sänger Vladimir. Dieser trägt wie immer seine Maske, ist aber vor dem Konzert durch seine Tattoos und seine Größe gut zu erkennen gewesen. Live kommt der Gesang mehr gerappter als auf dem Album rüber, das Publikum frisst Sänger Vladimir aber trotzdem und vielleicht auch gerade deswegen aus der Hand. Doch bei uns ist am Dienstag Abend durch die Hitze und den übermäßig aggressiven Mosh-Pit frühzeitig die Luft raus und wir enden an der Haltestelle der U-Bahn um darüber zu fachsimpeln wie man an einem Dienstag Abend dort einen Waschbeckenunterschrank vergessen kann.

06.08.2018

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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