Aevum - Impressions - Il Palcoscenico Della Mente

Review

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Wer viel Wert auf Harmonie innerhalb einer Komposition, sowie eindeutige Genrezuordnungen legt, der ist mit dem ersten vollständigen Album von AEVUM eindeutig schlecht beraten, denn „Impressions – Il Palcoscenico Della Mente“ ist quasi der Gipfel des musikalischen Chaos-Gebirges, ein innovatives Theaterstück der Klänge.

Das Album besteht aus einer Ansammlung der unterschiedlichsten Stile. An Gesangstechniken, Instrumenten und Genres wird nicht gespart, die sieben jungen Musiker kreieren ganz nach dem Motto: Mehr ist Mehr. Dabei siedeln sie sich selbst im Kern zwischen Neo-Klassik und Gothic Metal mit Musical-Einflüssen an.

“Impressions“ ist so aufgebaut, dass sich zumeist kürzere Instrumentalnummern mit den Hauptstücken abwechseln. So ein Song kann dann schon einmal gut und gerne 13 Minuten gehen. Diese Minuten werden mit Allerlei gefüllt. Selten, dass ein Part eine Minute überdauert, immer wieder werden Melodien, Instrumente, Takt- und Gesangsarten gewechselt. Refrains sucht man in vielen Fällen vergeblich, nur wenige Elemente wiederholen sich – und wenn doch fällt es bei der Fülle und Länge kaum auf.

So wird der Hörer mit einer Vielzahl von Eindrücken konfrontiert. Der Gesang zum Beispiel: sowohl weiblich als auch männlich, sowohl klassisch als auch pop/rockig, sowohl sanft als auch hart. Teilweise werden Worte geflüstert oder eingesprochen und auch Grunts und Screams fehlen nicht, um das Bild zu vervollständigen. Das Ganze abwechselnd in Englisch und Italienisch, wobei besonders der weibliche italienische Gesang teilweise sehr grell heraussticht – diesen penetranten Stil kann man eigentlich nur lieben oder hassen. Selbiges gilt für den Sopran-Einsatz, der an vielen Stellen sehr vehement gehandhabt wird. Dazu noch der Chor und man hat eine stimmliche Besetzung, die gut und gerne für drei Alben reichen würde.

Selbiges gilt für die Instrumente: auf der einen Seite die Metal-Klassiker Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard, auf der anderen klassische Instrumente wie das Piano, das sehr schöne Akzente setzt. Darüber hinaus finden sogar ein Dudelsack, Bläser, Glockenspiele, Xylophon-Klänge… und im Gegensatz dazu futuristisch anmutende Töne, die wie frisch aus der Star-Wars-Fabrik klingen, ihren Eingang auf „Impressions“. Das Album setzt sich aus Anleihen zahlreicher Musikrichtungen zusammen. Und ja, es gibt sogar Dubstep für die geneigten Ohren – eine äußerst ansprechende Zugabe, die sich nahtlos ins progressive Geflecht einfügt.

Thematisch ist es vor allem der Gegensatz von Weiblichkeit und Männlichkeit, der bei AEVUM eine Rolle spielt. Das wird von der Band durch zahlreiche Spannungsfelder, sowie das Cover optimal vermittelt. Meine persönlichen Favoriten sind „Blade’s Kiss“ und „To Be Or… To Be“ – absolute Überflieger! Darüber hinaus wirkt „Impressions“ an einigen Stellen zu heavy und chaotisch, ein wenig mehr Systematik und weniger abrupte Übergänge wären wünschenswert gewesen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte vielleicht mal in die Single „My Vampire“ hineinhören. Die ist zwar auf dem Theater-Konzept-Album nicht vertreten, liefert aber einen guten Einblick in die Welt von AEVUM.

Alles in allem ist „Impressions“ ein kleines Kunstwerk, das nicht – wie in so vielen anderen Fällen – gewollt und nicht gekonnt klingt, sondern tatsächlich einen avantgardistischen Charakter aufweist. Ob die Band wirklich so unvergänglich ist wie ihr Name, wird sich in Zukunft zeigen.

28.09.2014

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