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After All - Becoming The Martyr (EP)

Review

Glaubt ihr an Gerechtigkeit? Wenn ja, dann möge mir bitte jemand erklären, wo genau diese im Musik-Business vorhanden sein soll! Was mich zu dieser Frage verleitet? Ganz klar die Tatsache, dass jede Menge Bands da draußen existieren, denen trotz qualitativ hochwertiger Kost jegliche Unterstützung verwehrt bleibt.

Schon klar, Geschmäcker sind verschieden und meine Auffassung von „hochwertig“ ist natürlich absolut subjektiv, dennoch ist es für mich unbegreiflich, weshalb beispielsweise eine Szene-Institution wie die Belgier AFTER ALL momentan vertragslos sind.

Aber wie auch immer, wichtig ist in erster Linie ohnehin, dass sich die Herrschaften zum Glück auch durch das Ableben ihres letzten Geschäftspartners Dockyard 1 nicht aus der Ruhe bringen haben lassen, im letzten Jahr jede Menge an Gigs absolviert haben (zuletzt zusammen mit ihren wiedererstarkten Landsleuten von CHANNEL ZERO, während die Band zu Beginn des Jahres zusammen mit OVERKILL, DESTRUCTION und HEATHEN gar auf Tournee gewesen ist) und uns erneut einen Silberling auftischen.

Dieser klingt zwar rein stilistisch gesehen exakt so wie man es erwartet hatte und enthält heftigen, aber dennoch überaus melodischen Thrash Metal der „alten Schule“, die Truppe hinterlässt nunmehr aber einen deutlich veränderten Gesamteindruck. Diesen hat in erster Linie Sammy Peleman, der neue Mann am Mikro, zu verantworten, der bislang noch nicht wirklich in der Szene bekannt sein dürfte und zuvor bei einer Formation namens SEPTEMBER SYN aktiv war.

Seine helle, klare und zum Großteil in „gefährlichen“ Höhenregionen zu verortende Stimme lässt den melodischen Thrash der Burschen nämlich noch ein wenig näher an frühere Helden wie AGENT STEEL (zu denen AFTER ALL ja bekanntlich eine besonders gutes Verhältnis pflegen) oder auch TOXIK herankommen, als die doch wesentlich rauer und auch „moderner“ klingende Stimme seines Vorgängers Piet Focroul, der im letzten Jahr ausgestiegen ist. Besonders auffällig wird der Unterschied zwischen den beiden Frontmännern in den Neuaufnahmen der vom letzten Album „Cult Of Sin“ stammenden Tracks „Devastation Done“ und „End Of Your World“, die beide an Zugänglichkeit und „Geschmeidigkeit“ gewinnen, jedoch keineswegs an Durchschlagskraft verlieren.

Dass AFTER ALL mit dem Knaben einen echten Glücksgriff getätigt haben, wird aber auch in den brandneuen Tracks deutlich. Vor allem das dezent an FORBIDDEN erinnernde „Timeless Machine“ wie auch der an FLOTSAM & JETSAM zu ihrer groovigen Phase erinnernde Titelsong liefern den Beweis und sollten JEDEM Thrasher glücklich machen können.

Wäre schon cool, wenn dieser Band nun endlich der Durchbruch gelingen könnte. Zumindest aber sollte ein erster Schritt in diese Richtung gemacht sein. Vielleicht kümmert sich nach dieser EP ja erneut ein Label um die Belange der Belgier.

14.12.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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