All Ends - A Road To Depression

Review

Dass ALL ENDS als Nebenprojekt des IN FLAMES-Gitarren-Duos Jesper Strömblad und Björn Gelotte gegründet wurde, konnte man dem selbstbetitelten Debütalbum – trotz der stilistischen Unterschiede – anhören. Mit dem Nachfolgealbum „A Road To Depression“ emanzipieren sich die Schweden nun von ihrer Vergangenheit und zeigen ihre ganz eigene Stärke. Diese liegt in eingängigen, melodischen Rocksongs die trotz fett bratender Riffs genauso stark im Pop verwurzelt sind wie im Metal.

Hatten die Songs des Debüts noch mehr oder weniger alle denselben Flow, so wird Abwechslung auf „A Road To Depression“ ganz groß geschrieben. Tauchen im Opener „Obvious“ noch viele IN-FLAMES-Riffs auf, so finden sich im weiteren Verlauf auch potentielle Radio-Rocker („I’m A Monster“), ambientige Electro-Grooves („Wretch“) und eine bezaubernd-traurige Piano-Ballade mit gefährlich hohem Kitsch-Faktor („Nobody’s Story“) auf dem Album. Diese Elemente sauber auszubalancieren und zu einem stimmigen Gesamtwerk zu verpacken, ist das eigentliche Kunststück, das ALL ENDS mit ihrem bemerkenswert stringenten Songwriting gelingt.

Spiel- und produktionstechnisch ist „A Road To Depression“ extrem rund ausgefallen. Das bedeutet auch, dass der ein oder andere hier Ecken und Kanten oder den Straßenschmutz echter Rock-Produktionen vermissen wird. Im Rahmen des auf Hochglanz getrimmten Gesamtkonzepts, das Elemente aus Rock, Pop und Metal gleichberechtigt einfließen lässt, funktioniert der satte und transparente Sound jedoch hervorragend. Was mir jetzt nur noch fehlt, ist eine stärkere Individualität der beiden Frontfrauen. Zwar liefern sowohl Tinna Karlsdotter als auch Jonna Sailon eine tadellose Gesangsleistung ab, dass letztere jedoch erst unlängst die aus persönlichen Gründen ausgestiegene Emma Gelotte ersetzte, fällt im Gesamtklang kaum auf.

Mit ihrem zweiten Album beweisen ALL ENDS, dass ‚poppig‘ auch im Rock/Metal-Bereich kein Schimpfwort sein muss. Im Vergleich zum Debüt hat die Band hörbar an Selbstvertrauen gewonnen, was sich in erster Linie in einem Mehr an Abwechslung niederschlägt. Eine zukunftsweisende Symbiose aus Metal und Popmusik!

01.10.2010

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