Allt - Ataraxia

Review

Soundcheck Juli 2026# 12 Galerie mit 20 Bildern: Allt - Summer Breeze Open Air 2025

Es gibt Bands, über die kann man keine Witze machen, denn jeder Joke ist schon gefühlte 100 Jahre allt.

Nachdem wir diesen Kalauer nun erledigt haben, können wir uns dem zweiten Album von ALLT widmen. Die Band bezeichnet sich selbst als Progressive Metalcore und veröffentlichte 2024 ihr Debütalbum „From The New World“. Direkt bei Century Media Records gelandet, erhielt die Gruppe einiges an Aufmerksamkeit und fand nebenher noch Zeit, den Nachfolger „Ataraxia“ einzuspielen. Darauf finden sich neun Songs in schlanken 30 Minuten.

ALLT gehen mit dem zweiten Album in sich

Inhaltlich ist „Ataraxia“ stark von den persönlichen Erfahrungen der Mitglieder geprägt und verarbeitet Themen wie Verlust, Beziehungen, Erschöpfung, Sehnsucht, Rückschläge und Momente der Klarheit. Laut Infotext versteht die Band „Ataraxia“ nicht als festen Zielzustand, sondern als flüchtigen Moment innerer Ruhe, der immer wieder erreicht und verloren werden kann.

Von innerer Ruhe sprechen sie zwar, musikalisch haben ALLT diese glücklicherweise nicht gefunden. Wie stark der Metalcore der Gruppe tatsächlich progressiv ist, lässt sich diskutieren, denn gerade die Refrains sind sehr eingängig und melodisch. Dadurch heben sich ALLT kaum von anderen Genrevertretern ab.

Der Sound ist ein Mix aus INFECTED RAIN, DEAD BY APRIL und SELF DECEPTION und bietet insgesamt wenig Neues. Zwar ist der Mix grundsolide und es kracht an den richtigen Stellen, doch ein echter Drive kommt selten auf. Immer wieder sind es einzelne Versatzstücke innerhalb der Songs, die aufhorchen lassen.

„Ataraxia“ kann man gut nebenher laufen lassen

Große Emotionen oder musikalische Feuerwerke liefert die zweite Scheibe von ALLT nicht. Ebenso finden sich auf „Ataraxia“ keine Totalausfälle. So bleibt ein Album leicht über dem Durchschnitt, das Fans verschiedener Core-Spielarten antesten können. Während der laufenden Festivalsaison gibt es einige Möglichkeiten, die Band live zu erleben. Vielleicht wirkt das Klangkonstrukt der Schweden dort noch einmal anders.

24.07.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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