Neophobic - Void

Review

NEOPHOBIC sind eine Band aus dem Bremer Umland und seit Jahren in der Hansestadt live aktiv. Mit „Void“ veröffentlichen sie ihre dritte Platte und bleiben dem Konzept der Ein-Wort-Albumtitel nach „Above“ und „Below“ treu. Auf den elf Songs liefern die vier Musiker und eine Musikerin ihre eigene Interpretation des Sounds ihrer großen Vorbilder – und die kommen aus Schweden.

NEOPHOBIC wollen keine Göteborg-Kopie sein

Der Sound der Band stammt aus dem etablierten Soundlodge-Studio von Jörg Uken und kann sich hören lassen. Als Inspiration nennen NEOPHOBIC Melodic Death Metal schwedischer Prägung – und das hört man auch heraus. Eine Kopie von Genregrößen wie AT THE GATES ist daraus jedoch nicht geworden. Stattdessen groovt sich der Fünfer gerne durch die Lieder und liefert reichlich Gelegenheiten zum rhythmischen Kopfnicken. Wer es schneller mag, findet ebenfalls die eine oder andere Gelegenheit, permanentes Geholze sollte man jedoch nicht erwarten.

Neben den offensichtlichen Vorbildern erinnern manche Songpassagen – vor allem in „Echoing Void“ – an die ebenfalls aus der Nähe kommenden FINAL CRY. Textlich gibt es eine Mischung aus realen und fiktiven Themen, die man allerdings nachlesen muss, da der mitteltiefe, röchelnde Gesang von David Lanzendörfer zwar solide, aber schwer verständlich ist.

Die instrumentale Fraktion macht einen guten Job und liefert immer wieder ein Riff, ein Solo oder einen treibenden Beat, der aufhorchen lässt. Schweden als Vorbild ist dabei eher eine grobe Marschrichtung, denn im Klanggerüst der Lieder finden sich auch britische und deutsche Einflüsse von BOLT THROWER bis DESERTED FEAR – natürlich nur in Umrissen.

„Void“ ist keine Nullnummer

NEOPHOBIC veröffentlichen mit „Void“ ein Album, das beweist, dass sich der Bremer Underground in den vergangenen Jahren verdammt gut neu aufgestellt hat. Das Album ist gut, mit ein paar Ausreißern nach oben und man hört heraus, dass die Gruppe stets danach strebt, spannender zu werden. Mal schauen, wohin die Reise geht.

06.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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