An Evening With Knives - Sense Of Gravity

Review

AN EVENING WITH KNIVES, ja schon mal gehört. Review zum neuen Album schreiben? Mal kurz antesten; das Debüt soll ja ziemlich ordentlich sein. Der Skip-Schnelldurchlauf erzeugt Interesse. Irgendwas zwischen (alten) BARONESS und SLEEP. Also los. ”Sense Of Gravity” ist der zweite Streich des niederländischen Trios. Darauf bietet die Band eine postige Melange aus Doom, jeweils einer Prise Grunge und Stoner, die sie dann auf Sludge-Basis eingekocht.

AN EVENING WITH KNIVES verzetteln sich beim große Ganzen

Schon der erste Durchlauf lässt Fragen aufkommen. Da ist der kraftvolle Gesang. Da gibt es catchy Gitarrenideen. Alles gekleidet in eine erdige Produktion, die der musikalischen Ausrichtung entsprechend Rechnung trägt. Doch schon der Opener lässt erahnen, dass es AN EVENING WITH KNIVES nicht schaffen, alle Trademarks zu einem packenden Song zu verbinden.

”Sacrifice” schleudert nach einem schönen Intro ein gefälliges Riff in den Ring und legt noch einen recht eingängigen Refrain nach. Nach sieben Minuten bleibt davon aber wenig übrig. Auch der Nachfolger, ”Escape”, kommt nicht so recht in die Pötte. Der kraftvolle Gesang wirkt langsam eher unvariabel. Kaum nähert sich das Gaspedal einmal dem Bodenblech und verheißt Besserung, fängt die Band die Dynamik schnell wieder ein. Wie das dann aussehen könnte, zeigen derzeit die Nachbarn von PSYCHONAUT.

”Sense Of Gravity” bremst sich selbst aus

Auch bei unkonventionelleren Songs wie ”Turn The Page” oder ”On Your Own” agiert das Trio versiert, aber letztlich unspektakulär. Die einzelnen Teile fügen sich einfach nicht zu einem Gesamtbild zusammen, das Eindruck hinterlassen könnte. Auch für spontane Ausbrüche, die zumindest etwas Dynamik erzeugen könnten, fehlt dem Songwriting die Körperspannung. Hier stößt dann auch die Produktion an ihren Grenzen.

AN EVENING WITH KNIVES haben sich für ihren zweiten Output sowohl gegen Experimente als auch gegen Wumms entschieden. Das ergibt unter dem Strich ein handwerklich hochwertiges, aber auch hochgradig vorhersehbares Album. In jedem der sieben Songs blitzt ein knackiges Riff hier oder eine griffige Hook da auf. Am Ende schafft es aber nichts davon, ins Langzeitgedächtnis vorzustoßen.

28.03.2020

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