Caedes Cruenta - Of Ritual Necrophagia And Mysterious Ghoul Cults

Review

Hinweis: Im Folgenden wird der Albumtitel als “Ritual Necrophagia” abgekürzt.

Die griechische Krachkapelle CAEDES CRUENTA bittet mit ihrem dritten Longplayer zum rituellen Leichenverzehren im Beisein mystischer Ghul-Kulte. Ein lauschiges Date auf einem geschändeten Friedhof also, unter dem wahnsinnigen Licht eines blasphemischen Vollmondes.

CAEDES CRUENTA wabern wie Nebel zwischen B-Movie und Black Metal

Die Musik auf “Ritual Necrophagia” besitzt eine wahnsinnige, manische Intensität. Damit ist nicht nur die fast konstant hohe Geschwindigkeit gemeint, sondern etwas, das sich auch auf die Kompositionen und Arrangements, vielleicht sogar die Art, wie die Musiker ihre Instrumente bedienen, erstreckt. CAEDES CRUENTA transportieren Kraft, Energie, überrollen einen mit der schieren Wucht ihres akustischen Angriffs. Dadurch wird “Ritual Necrophagia” ein Album, das sich zwar in Altbekanntem regelrecht suhlt, aber doch irgendwie eigenständig klingt, weil hier mit einer derartigen Inbrunst zu Werke gegangen wird, dass man nicht anders kann, als mitgerissen zu werden. Das Coverartwork mag am ehesten transportieren, was einen hier erwarten — eine bewusst verrucht-platt gehaltene, auf Schockwirkung abzielende Zeichnung, die sich trotzdem Ernst genug nimmt, auch wirklich Ernst zu machen.

Mehr Leichenschändung als Ritual

CAEDES CRUENTA können auch ganz anders. Das Intro zu “The Mystical Ritual Of The Dark Priests” ist symphonisch im besten Sinne, komponiert und gespielt mit einem Ohr und einem Händchen für Klassische Musik — aber leider werden diese knapp zwei Minuten im restlichen Song nicht mehr wirklich aufgenommen oder weitergesponnen; stattdessen wird wieder mit der schon bekannten Eindringlichkeit durch den Friedhof geholzt. Auf der einen Seite dienen Intros wie das eben erwähnte, das gesprochene Gebet am Anfang von “From The Darkest Paths Of Golgotha” oder der akustische Beginn von “The Wizard of Yiddith” als Atempausen im Sperrfeuer, das auf die gesamte Spielzeit betrachtet dann doch etwas eintönig wird (bei aller gebotenen Abwechslung im Songwriting). Andererseits zeigen diese kurzen Interludien auch (ähnlich wie bei APOCHRYPHAL REVELATION), dass dieser Ghoulkult noch viel mehr könnte, wenn er denn wollte. CAEDES CRUENTA müssen ja nicht direkt zu DIMMU BORGIR werden, was den übermäßigen Einsatz bombastischer Symphonik angeht.

„Of Ritual Necrophagia“ macht Spaß, und das ist auch genug

CAEDES CRUENTAs zweites Album, “Ερείπια ψυχών” das vom Label als “das beste Album von CAEDES CRUENTA” angepriesen wird, ist in vielerlei Hinsicht die Blaupause, auf der auch “Ritual Necrophagia” aufbaut. Der Vorgänger hat glücklicherweise bereits ein vergleichsweise hohes Niveau, weswegen man aber nicht umhin kommt, sich leise zu fragen, ob das, was der dritte Output bietet, genug ist, oder ob da nicht noch mehr drin gewesen wäre — das ist aber letzten Endes mäkeln auf ganz hohem Niveau.

05.02.2020

Mary had a little lamb, its fleece was black as coal. When Mary went to bed one night, it ate her fucking soul.

Der metal.de Serviervorschlag

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