Coscradh - Carving The Causeway To The Otherworld

Review

Es gibt Bands, da entbehrt die reflexartige Einordnung in Subgenres jeglicher Diskussion. COSCRADH aus der irischen Hauptstadt stehen für extremen Metal, basta. Wem das zweite Album mit dem Titel „Carving The Causeway To The Otherworld“ nur einmal übers Fressbrett gefahren ist, der weiß, dass das Makulatur ist. Das Quartett rauscht derart gott- und konventionslos durch die knappen 45 Minuten, sodass am Ende dieser Odyssee nur noch eine hässliche Fratze über verbranntem Land thront.

Hässliche Fratze über verbranntem Land

Aus der irischen Hauptstadt schwappen seit geraumer Zeit allerhand bizarre Obskuritäten über den Teich, die im weitesten Sinne unter dem Banner Death Metal zu verorten sind. Irgendwo zwischen der knöchernen Rohheit von VIRCOLAC und dem tiefen Sog von MALTHUSIAN findet auch „Carving The Causeway To The Otherworld“ seine Nische und ist viel mehr von der oft blutigen Historie Irlands geprägt, denn von den wilden Grünlandschaften.

Übersetzt heißt COSCRADH so viel wie „Blutbad“, und genau ein ebensolches veranstaltet das Quartett auf seinem Zweitwerk ohne Kompromisse. Spätestens „Adhradh Dé Ghoac“ steigert seine grenzenlose Boshaftigkeit von Riff zu Riff. Irgendwann möchte man Frontmann Ciarán Ó Críodáin einfach nicht mehr zuhören – lieber kratzt man sich die Augäpfel aus der Hirnschüssel. Wenigstens bleibt die Hoffnung, dass die ausgestoßenen Todesqualen eines mit heißer Mistgabel gejagten Gollums nicht durch die Außenmuschel der Kopfhörer dringen und der Nebenmann im Bus verstörte Blicke herüberwirft.

Bis an die Belastungsgrenze

Zumeist hacken sich COSCRADH in hoher Geschwindigkeit durch „Carving The Causeway To The Otherworld“ und strapazieren die Zuhörer bis an die Belastungsgrenze, bevor die etwas zugänglicheren Songs wie „Caesar’s Revelation (Hibernia L. VI V. XIV ad XVI et XXIV)“ oder „Opening The Gates To Styx, Nix, Kerberos And Hydra“ mehr Ordnung, aber auch mehr getragene Düsternis einbringen.

Bei einer solchen Beschreibung sind natürlich auch die Spanier von TEITANBLOOD nicht fern, doch atmosphärisch besteht ein wesentlicher Unterschied. Während der unheilige Wahnsinn der Madrilenen auf alptraumhaften Unterweltgedanken basiert, agieren COSCRADH greifbarer. Hier wird das Schlachtfeld real. Blut, Schweiß, Chaos, Tod und Zerstörung. „Carving The Causeway To The Otherworld“ ist kein Zuckerschlecken, viel mehr eine Herausforderung.

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14.02.2026

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