Crusher - Unleashed

Review

Vier Jahre nach ihrer Eigenproduktion „Redemption“ melden sich CRUSHER mit ihrem zweiten Album „Unleashed“ zurück. Diesmal hat die Band einen Labeldeal im Rücken. Das ist aber auch die größte Änderung.

CRUSHER setzen auf Bewährtes

An ihrem Stil zwischen melodischem Metal und Thrash halten die Mainzer nämlich unentwegt fest. Und der macht immer noch so viel Spaß wie auf dem Vorgänger. Insbesondere virtuose Lead-Gitarren und Soli wie in „The Time Leap Pit“ lassen regelmäßig aufhorchen.

18 Jahre hat die Band mittlerweile auf dem Buckel. Die in dieser Zeit gesammelte Erfahrung macht sich auf „Unleashed“ im durchdachten Songwriting bemerkbar. Oft folgen die neuen Tracks komplexen Strukturen, ohne jemals überladen zu wirken.

In „Empty Space“ wagt sich die Band weiterhin an experimentelle Klänge. Ein Piano leitet den Song ein, bevor schleppender Doom Metal einsetzt und die Gitarren ein Arpeggio raushauen, das dezent an PANTERAs „Cemetery Gates“ erinnert. Der Refrain wiederum zeichnet sich durch Epic-Metal-Chöre aus. Ein Speed-Part darf auch nicht fehlen. Definitiv das Album-Highlight.

Auf „Unleashed“ geht es rabiat zur Sache

Doch keine Sorge. Trotz aller Schlenker in diverse musikalische Richtungen, liefern CRUSHER auch Thrash-Granaten ab, die direkt auf die Kauleiste gehen. „Downfall“ ist so ein Kandidat. Was der Band allerdings nicht gelingen, sind richtige Hits. Während sich die Gitarrenarbeit regelmäßig durch coole Hooks auszeichnet, verbleibt der Gesang oft bei typischen Thrash-Shouts.

Die sind freilich alles andere als schlecht. Frontmann Robin Geiss macht in technischer Hinsicht sogar einen noch besseren Job als auf „Redemption“. Doch so langfristig im Gehör bleiben seine Gesangslinien nicht.

CRUSHER sind für Überraschungen gut

Eine Neuerung offenbaren die Vocals am Ende aber. Der abschließende Song „Bier“ ist zwar entgegen des Titels überwiegend auf Englisch gehalten. Der Bonustrack „Radikal bleibt brutal“ aber stellt eine deutschsprachige Version des Openers „Violence Stays Violent“ dar.

Das Texten in der Muttersprache steht CRUSHER gut zu Gesicht. Wenn die Band zukünftig noch mehr auf dieser Schiene fährt, könnte ihr das zu einem Alleinstellungsmerkmal im Thrash-Underground verhelfen.

Auf „Unleashed“ führen CRUSHER ihre Stärken konsequent fort. Das sorgt für durch und durch soliden Thrash, der dank einer Experimente für so manche Überraschungen gut ist. Definitiv ein Tipp für alle, die gerne Mal über den Genretellerrand blicken.

24.05.2020

"Irgendeiner wartet immer."

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