Cthulhu - Malleus Monstrorum. Monster des Cthulhu-Mythos

Review

Das Horror-Rollenspiel CTHULHU spielt zumeist in den 1920ern der realen Welt, umfasst aber natürlich auch die phantastischen, grausamen Elemente und Gestalten aus den Geschichten des Autoren H. P. Lovecraft und anderer. Der Cthulhu-Mythos ist reich an faszinierenden wie verstörenden Gestalten. Nun bietet der Band „Malleus Monstrorum. Monster des Cthulhu-Mythos“ einen Überblick zu all jenen Kreaturen und verrät, wie sie sich am Spieltisch einsetzen lassen.

Die Kreaturen des Cthulhu-Mythos

Ein folgender Band wird die Großen Alten und andere gottgleiche Entitäten enthalten. Das vorliegende Buch widmet sich den niederen Kreaturen des Mythos, die zwar eine Gefahr für die Menschheit darstellen können, deren Auftauchen oder Erwachen aber nicht unbedingt das kosmische Gleichgewicht ins Wanken bringt. Der Begriff „Monster“ mag allerdings in die Irre führen, denn hierbei handelt es sich nicht ausschließlich um hirnlose Bestien. Auch kulturschaffende Völker wie die Mi-Go, die Älteren Wesen oder die Hyperboreer sind enthalten.

Entsprechend umfangreich können die Beschreibungen der Kreaturen werden, die über die bloße Abbildung der Spielwerte hinausgehen. Hierbei sind wir auch direkt bei einem nennenswerten Pluspunkt des Buches: die Texte sind erstklassig, gut übersetzt und vermitteln plastische Bilder sowie Eindrücke der dargestellten Wesenheiten. Zwar sind keine ausdrücklichen Szenarioideen enthalten, aber die Hintergründe zu den „Monstern“ zu lesen, weckt die Lust, sie an den Spieltisch zu bringen.

So kommen Monster an den Spieltisch

Sehr wohl gibt es aber eine allgemeine Einleitung zum Thema, die verschiedene Tipps enthält, wie sich „Monster“ erschaffen und einsetzen lassen. Da CTHULHU in seiner Standard-Version eher auf subtilen Horror setzt und die Spielfiguren zudem extrem verletzlich sind, ist die Lektüre dieser Seiten sehr lohnenswert. Denn was nützt das schrecklichste Geschöpf, wenn seine Klauen bereits nach wenigen Minuten den Spielabend enden lassen? Dieser Abschnitt des ersten „Malleus Monstrorum“ ist ein guter Ratgeber für die Spielleitung, wie sie Monster respektabel und furchteinflößend darstellen kann, ohne vor der finalen Konfrontation Blut fließen zu lassen.

Insofern ist „Malleus Monstrorum“ allgemein eine sinnvolle Investition für CTHULHU-Spielleitungen, die noch etwas dazulernen wollen. Auch Fans des literarischen Cthulhu-Mythos könnten über eine Anschaffung nachdenken, auch wenn sie das Rollenspiel ansonsten nicht interessiert. Denn der Band bietet eine sehr gute Übersicht und viele Informationen zu den verschiedensten Mythos-Kreaturen. Nicht nur die Texte sind sehr gut gelungen, sondern auch die Illustrationen, die das Buch an vielen Stellen zu einem wahren Augenschmus werden lassen.

Der „Malleus Monstrorum“ entzaubert viele Schrecken

Zwar werden die Kreaturen des Mythos, die in den meisten CTHULHU-Szenarien die meiste Zeit bedrohlich im Hintergrund lauern, durch ihre Darstellung mit Spielwerten und Illustrationen etwas entzaubert, doch wer nach diesem Wissen giert, wird hier voll bedient. Außerdem: Die richtig großen Mysterien um die Großen Alten wie Cthulhu, Nyarlathotep und Co. werden nicht in diesem Buch entschleiert, sondern erst im Nachfolgeband. Wer sich also nicht das gesamte okkulte Wissen zulegen möchte, kann es bei einem Buch belassen.

Ansonsten lässt sich kaum etwas schlechtes über diesen Band sagen. Der erste „Malleus Monstrorum“ ist sehr gut geschrieben, fantasievoll und erstklassig bebildert. Neben Spielwerten und umfangreichen Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kreaturen kann er vor allem mit allgemeinen Hinweisen an die Spielleitung punkten. Viele Gründe also, warum er zu den bisher besten Produkten der aktuellen CTHULHU-Edition gehört und in jeder Spielgruppe mindestens einmal vertreten sein sollte.

Der monströse Soundtrack zum Durchblättern: BLOODBOUND – Creatures of the Dark Realm / MALIGNANT ALTAR – Realms of Exquisite Morbidity / PAKKT – To Broken Heights where Witches Dance

Würfeln und blättern, statt lauschen und headbangen – In der Rubrik „Dice ‚em All“ stellen wir euch ausnahmsweise keine Musik vor, sondern Rollen- und Brettspiele.

08.02.2022
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