Dead Swans - Sleepwalkers

Review

Die 2007er Debüt-EP “Southern Blue“ der englischen Hardcore-Band DEAD SWANS, die auf dem kleinen britischen (Qualitäts-)Hardcore-Label Thirty Days Of Night erschien, war schon großes Kino und zählt für mich zu den besten Releases der letzten Jahre in diesem Genre. Auch die Split-EP mit den Überfliegern der ARCHITECTS war ein edler Release. Nun muss also endlich ein ganzes Album her. Hier ist es und die Erwartungen sind mehr als groß!

Auf “Southern Blue“ präsentierte sich die Band das erste Mal auf CD. Ein melodischer und düsterer Hardcore-Sound wurde angestrebt. So wie zu der Zeit von vielen neuen Bands wie KILLING THE DREAM, MODERN LIFE IS WAR, DEAD HEARTS oder mittlerweile auch HAVE HEART oder CARPATHIAN. Doch wurde auch nie die nötige Portion Arschtritt vergessen. Schon auf dem Erstling der Band gab es unter den sieben Songs nur Hits und man hört sich bis heute nicht satt an dem Teil.
Bei der Split-EP mit den ARCHITECTS nahm man bei den beiden Songs dann etwas den Fuß vom Gaspedal. Dennoch blieb der düstere Hardcore bestehen. Hits waren die beiden Tracks natürlich auch!
Also sind die Erwartungen ziemlich hoch. Zumal die Band mittlerweile beim Bostoner Hardcore-Label Bridge9 unter Vertrag ist, das auch andere Genreperlen wie HAVE HEART, RUINER oder VERSE beheimatet. Sie sind die erste europäische Band, die dort einen weltweiten Plattenvertrag bekommen hat und das nur weil viele Musiker des Labels immer von den Londonern geschwärmt haben.

Schon der Opener “Thinking Of You“ knallt so ziemlich alles weg was sich (Melodic) Hardcore schimpft! Ein super Song der schon alles vereint wofür die DEAD SWANS stehen: Arschtritt, düstere Melodien, hier dann ein bisschen Groove, Gangshouts die immer in den richtigen Momenten auftauchen und ein Sänger, der sich so ziemlich jeden Frust restlos aus dem Körper schreit. Wütende und verzweifelte Musik ohne unötiges Tough Guy/Bollo-Image mit Texten über gebrochene Herzen, Angst und Verzweiflung. Auch die weiteren Songs des Album sacken hier nicht ab, wenn man das Instrumental “Winter Overture“ einmal ausklammert. Auch “Ivy Archway“, “Tent City“ oder der re-recordete Übersong der “Southern Blue“ EP “20.07.07“ können einfach alles und sorgen für viel Gänsehaut. Die 28 Minuten Spieldauer haben einfach keinen einziges Schwachpunkt und einfach eine herrliche Dynamik innerhalb der Songs und des Albumverlaufs. Schon beim ersten Hördurchgang ist klar, dass dieses Album einfach DAS Harcore-Album des Jahres sein muss (wenn man das neue GALLOWS Meisterwerk eher in die Punk Rock Ecke steckt)!

Bei einem Blick auf die Punkte wird sicherlich der ein oder andere sich fragen „Was gibt der Junge einer Hardcore-Band 9 Punkte bei metal.de?!“, doch ich würde sogar schon fast zu 10 greifen, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass bei der Band noch mehr gehen kann! Womit rechtfertige ich also eine 9 Punkte Kritik in einem Metal-Magazin? “Sleepwalkers“ bietet einfach ein in sich stimmiges Werk mit düster-verzweifeltem Grundton und dem ein oder anderen Übersong einer Band, die schon seit der Debüt-EP für mich besser ist als jede andere Band des Genres. Hier wird nicht krampfhaft versucht was von Credibility oder Zusammenhalt zu faseln und eine ganze Welt mit stumpfen Aussagen zu verbessern, sondern um die eigenen Probleme, oft mit einem bisschen Hoffnung versehen. Letztendlich nennt die Band aber selber den Grund warum ich bereit bin so viele Punkte zu geben: „I can’t stop thinking of you!“ – und ich kann nicht aufhören an dieses Album zu denken!

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14.08.2009

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