Delaware - Lost In The Beauty Of Innocence

Review

DELAWARE hören es nicht so gerne, wenn man sie mit MUSE vergleicht. Das ist sicherlich ihr gutes Recht; auf der anderen Seite rutscht es allerdings durchaus als Tatsache durch, dass sie teilweise (in den rockigeren Momenten) an die Engländer erinnern. Generell muss man sagen, dass auch das zweite Album „Lost In The Beauty Of Innocence“ zu jeder Sekunde britisch klingt. Glücklicherweise picken sich die Norweger aber nur die Rosinen des Insel-Sounds heraus. So liegt speziell der Gesang von Richard Holmsen auf einer Wellenlänge mit Steve Hogarth von MARILLION (das ruhige ‚Unfold‘ hätte auch musikalisch ohne Probleme auf den letzten Platten der Progger stehen können). Was den Vierer zusätzlich von 99,9 Prozent der unsäglichen und bis zum Erbrechen gehypten Brit-„Sensationen“ unterscheidet, ist einerseits das Gespür für wirklich packende Songs und andererseits der Wille, wirklich rocken zu wollen. Tracks wie die tollen ‚Let Them Go‘, ‚Loss‘ und ‚For What Reason‘ sprechen die Jungs von jeglichem Vorwurf, ein laues Pop-Lüftchen zu sein, frei. Und auch in den gemäßigten Passagen entwickeln DELAWARE jede Menge Tiefgang. Als Beispiele seien hier das mit einem tollen Refrain versehene ‚CS‘, das verträumte ‚A Butterfly Kiss‘ und der ganz famose Ohrenschmaus ‚To The Unsung‘ genannt.
Die Skandinavier haben einfach den Bogen raus, eine wunderbare Melancholie zu verbreiten, die kilometerweit davon entfernt ist, bloßer Selbstzweck zu sein. Hier wird man nicht von der Heulerei der Musiker oder schmierigem Pathos belästigt, sondern hat jederzeit das Gefühl, es mit ehrlichen Typen zu tun zu haben, die einfach spielen, was sie wirklich fühlen und nicht das, was sich irgendein Plattenfirmen-Heinz auf dem Weg zum nächsten Porsche für sie ausgedacht hat.
„Lost In The Beauty Of Innocence“ ist eine von vorne bis hinten gelungene Scheibe, die von Freunden melancholischer Rocksounds unbedingt mal näher betrachtet werden sollte. Und wen es interessiert: Für mich sind DELAWARE definitiv besser als COLDPLAY!

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14.02.2006

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