
Soundcheck Mai 2026# 21
Galerie mit 14 Bildern: Pro-Pain - Rockharz Open Air 2025


Nach 11 langen Jahren Veröffentlichungspause, „Voice Of Rebellion“ stammt von 2015, sind PRO-PAIN mit ihrem sechzehnten Werk „Stone Cold Anger“ zurück. Immer noch wütend und stinksauer.
PRO-PAIN – Wütend und stinksauer
Viel zu lange war es still um die New Yorker Hardcore-Legende, angeführt von Bandgründer und Brüllmeister Gary Meskil. Dieser wurde im Juli 2017 während ihrer Europatour Opfer eines schlimmen Raubüberfalls in Belgien und überlebte schwerverletzt. Die anschließende Pandemie hat viele ausgebremst, nicht nur PRO-PAIN. Dann wieder erste Tourneen und Festivalshows. Und das Feststellen, dass da ohne die Szene-Schwergewichte doch was fehlt, die Anfang der Neunziger zusammen mit anderen was losgetreten hatten.
Anfang der Neunziger
In einer Zeit, in der es die Bezeichnung Metalcore noch lange nicht gab, veröffentlichten PRO-PAIN 1992 ihr Debüt und gleichzeitiges Benchmark-Album „Foul Taste Of Freedom“. Die Truppe kombinierte bereits vom Start weg klassischen NYHC mit Metal und hält seither eisern wie treu an ihrem Sound fest. „Stone Cold Anger“, das auch die Rückkehr von Gitarrist Eric Klinger (auch von 1999-2007 in der Band) darstellt, hat daher auch mehr vom Gleichen im Gepäck.
Mehr vom Gleichen
PRO-PAIN bieten all ihre in 35 Jahren Bandgeschichte bekannten wie liebgewonnenen Trademarks auf: Garys unvergleichlich brachiales Reibeisenorgan, wunderbar angepisst und dennoch voll kontrollierter Wut, messerscharf zersägende Riffs, singende Leads, melodische Soli, brutale Grooves, Gangshouts, einprägsame Hooks. Kein unnötiger Ballast, kein Schnickschnack, direkt und eingängig.
„Oceans Of Blood“ ein typisch energischer, knallharter Opener von PRO-PAIN. Eine kompromisslos aggressive wie prägnante Moshpit-Hymne mit Steinmahlenden Riffs, treibendem Tempo, fetten Breaks, Meskils Schmiergelpapier-Gebrüll. Abriss!
Der Titelsong liefert massiven Groove, Garys gebieterisches Organ, klassisches Metalsoli und eine abwechslungsreiche Schlagzeugarbeit von Doublebass bis Tribal. Insbesondere die prägnanten Hooks machen den Song zu einem kleinen Hit.
„March Of The Giants“ klingt wie der Titel verspricht, hasserfüllt stampfend mit schwerem Groove-Fundament und knackigem Break. Brett! PRO-PAIN bleiben in ihrer Wohlfühlzone. Oder? Da geht doch noch mehr!
Da geht noch mehr!
Mit „Uncle Sam Wants You“ weicht das Songwriting-Duo Meskil / Klinger von ihrer gewohnten kompositorischen Linie ab. Deutlich melodischer, locker-rotzige Rock’n’Roll-Attitüde, prägnant verspielter Bass, fast schon punkige Riffs, kehliger Gesang (Lemmy, anyone?) und melodische Singalongs – verdammt nah am Oi!
Die zweite Ausnahme im PRO-PAIN Brachial-Riffwalzen-Sound ist der ungewöhnliche Rausschmeißer „Sky’s The Limit“. Positiver (!) Vibe, fast schon AOR trifft Punk und Hardcore, melodischer Gesang, eingängiger Refrain. Aber diese dynamischen Farbtupfer bleiben die einzigen Ausnahmen.
PRO-PAIN beackern ansonsten stoisch ihr rohes musikalisches Feld und setzten auf pure Groove-Wucht und verlässliche Riffwalzen, eingebettet in organischem, druckvollem Sound, fernab glattgebügelter Hochglanzproduktionen.
PRO-PAIN – Pure Groove-Wucht und verlässliche Riffwalzen
PRO-PAIN enttäuschen nicht! „Stone Cold Anger“ bietet musikalisch ziemlich genau das, was man von den New Yorkern erwartet. Dazu kleine Überraschungen. Dieser Schlag sitzt!

Pro-Pain - Stone Cold Anger
Markus Endres



















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