Devastator - Underground 'n Roll

Review

Betrachtet man das absurde Covermotiv des dritten Albums der seit 2001 lärmenden Italiener DEVASTATOR mit seinem Surf-Thema, ist man sich ziemlich sicher, dass dabei SACRED REICHs “Surf Nicaragua“ Pate gestanden haben muss. Aber auf die Musik bezogen ist diese Assoziation nicht unbedingt zutreffend, bekommt man hier doch ein Gebräu aus Hardcore, Rock und Punk geboten, das seine Wurzeln – man betrachte nur den Bandnamen mit seiner klassischen –TOR-Endung – im Thrash Metal hat. Mit wohl bewusst wenig geistreichen Titeln wie “Satan Porno Dog“, “Metal J. Fox“ oder “I Hate Cover Bands“ liegt man textlich fast auf einer Wellenlänge mit Verrückten wie ANAL CUNT und möchte offenbar besonders lässig und abgedreht rüberkommen.

Die einzelnen, meist etwas oberhalb des Midtempobereichs angesiedelten Stücke bewegen sich irgendwo zwischen den genannten Stilrichtungen und Vergleiche mit anderen Bands fallen schwer. Besaß das Zweitwerk “Alcoholic Invasion“ neben den auch schon präsenten Hardcore-Riffs noch etliche Tremolo-basierte, an alte KREATOR und Konsorten erinnernde Lieder, hat man das ehemalige Old School-Thrash-Logo mittlerweile abgeändert und kommt auf “Underground ‘n’ Roll” nun fast durchgehend Hardcore-lastig wie in “Here we go“ oder “No Scout? Yes, Party!“ daher, seltener mit einer bluesigen Rock ‘n’ Roll-Atmosphäre wie im gelungenen “Cemetary Beach“ – der Punk-Einschlag dabei durchweg präsent, die Thrash-Roots zunehmend im Dunkel der Vergangenheit entschwindend.
Obwohl das Album bei nur 30 Minuten Spielzeit über 15 allesamt sehr kurze Stücke zwischen einer und zweieinhalb Minuten Länge verfügt und diese auch durchaus hier und da zum Mitwippen verleiten und gut rocken, hat sich das Ganze noch weit vor dem Ende des ersten Durchlaufs ziemlich abgenutzt. Vielleicht liegt das auch daran, dass der mit starkem Akzent daherkommende, Hardcore-lastige Brüll-Gesang, der in den “singenden“ Momenten mit dem der RAMONES vergleichbar ist, nur selten Akzente setzen kann – dafür möchte man auch keinen Exotenbonus geben.

Das, was man über “Underground ‘n’ Roll” sagen kann, ist, dass es im Grunde genommen einfach zu beliebig tönt und es wenig bis nichts gibt, was nach dem Hören lange hängenbleibt – außer der Tatsache, dass sich auf dem Album ein ziemlich kruder, nur sporadisch eingängiger Stilmix findet und sich hier eine Band möglicherweise ein wenig zu weit von ihren (Thrash-)Wurzeln entfernt hat.

01.10.2009

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