DevilDriver - Trust No One

Review

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Nachdem im vergangenen Jahr die halbe Band DEVILDRIVER nach Dez Fafaras COAL-CHAMBER-Flirt verließ und das neue Album „Trust No One“ einige Monate später mit einem selbst für DEVILDRIVER-Verhältnisse ausgesprochen geschmacksbefreiten Cover angekündigt wurde, waren die Erwartungen an den siebten Silberling der Californian Groove Machine auf Rezensentenseite zugegebenermaßen nicht mehr allzu hoch. Wie groß war der Einfluss von Mike Spreitzer, der ja immerhin seit „The Fury of Our Maker’s Hand“, das die Band 2005 endgültig von Dez‘ Nu-Metal-Wurzeln emanzipierte, an allen DEVILDRIVER-Alben beteiligt war, auf das Songwriting einzuschätzen? Hoch genug, um den Trademark-Sound zwischen Thrash, Groove und Melodie zu reproduzieren? Würden DEVILDRIVER jemals wieder dieselben sein?

Die Antwort lautet: Ja, „Trust No One“ klingt durch und durch nach DEVILDRIVER. Schön nach vorne gemischt klingt Austin D’Amond an den Drums plötzlich wie John Boecklin und auch ansonsten sind die Soundunterschiede zu den Vorgängeralben dank abermaliger Produzententätigkeit von Mark Lewis marginal. Was das Songwriting und Riffing angeht muss entweder Spreitzer die Zügel in der Hand gehabt haben oder Neal Tiemann und Diego Ibarra hatten eine sehr klare Vorstellung davon, wie man einen DEVILDRIVER-Song schreibt. Die Band lässt sich auch Anno 2016 noch grob zwischen LAMB OF GOD, Metalcore á la UNEARTH und dem Perkussions- und Groove-Verständnis von GOJIRA einordnen. Auch Fafara keift immer noch so brutal wie eindimensional seine lyrischen Ergüsse, die sich noch immer auf dem Niveau eines 15-Jährigen befinden und noch immer von nichts anderem als purem Hass handeln, ins Mikro. Und bei all der Vertrautheit kommt man trotz anfänglicher Zweifel nicht umhin festzustellen, dass „Trust No One“ das stärkste Songmaterial seit „Pray For Villains“ bereithält.

Tracks wie der bärenstarke Opener „Testimony of Truth“, „This Deception“ und der Titeltrack „Trust No One“ wecken Erinnerungen an „The Last Kind Words“ und verquicken Brutalität, melodischste Gitarrenarbeit, Groove, Tempo und Ohrwurmqualität zum Besten, was DEVILDRIVER seit vielen Jahren veröffentlicht haben. Vorbei scheinen die Lethargie des doch sehr Midtempo-lastigen „Winter Kills“ und die teilweise zu forciert progressive Ausrichtung des sperrigen „Beast“. Das bereits als Single ausgekoppelte „Daybreak“ fährt erfolgreich die gleiche Schiene, greift dabei jedoch zusätzlich die Southern-Schlagseite von „Pray For Villains“ deutlich hörbar auf. Zu guter Letzt setzt „For What It’s Worth“ endlich die Tradition des epischen Rausschmeißers fort und knüpft mit seinem sphärischen Outro nahtlos an die Klasse von „The Axe Shall Fall“ an.

Neben den vielen melodischeren Tracks zeigen „Bad Deeds“ und „Feeling Ungodly“ die Band auch wieder von ihrer härteren und schnelleren Seite. „Beast“-Disharmonien werden dabei allerdings zu jeder Zeit vermieden. Einzig „My Night Sky“ erinnert stellenweise etwas zu sehr an COAL CHAMBER und stellt nach dem furiosen Albumeinstieg einen leichten Abfall da.

DEVILDRIVER, die nach drei Jahren Funkstille und fast vollständigem Mannschaftswechsel sicher schon so mancher Fan abgeschrieben hatte, sind mit „Trust No One“ definitiv wieder auf Kurs. Album Nummer sieben ist keine Neuerfindung, aber eine triumphale Rückkehr, mit der sich Anhänger der Band, nachdem sie das ziemlich sicher von Photoshop Philipp gestaltete Cover erst einmal verdaut haben, ohne Probleme werden anfreunden können. Wenn jetzt auch die Live-Stärke der Truppe das Besetzungskarussell überdauert hat, muss man DEVILDRIVER definitiv wieder auf dem Schirm haben.

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05.05.2016

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