DevilDriver - Winter Kills

Review

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Die kalifornische Groovemaschine DEVILDRIVER lässt mit „Winter Kills“ ihr mittlerweile sechstes Album von der Kette. Wo der Vorgänger „Beast“ noch rücksichtslos über uns hinwegknatterte und hauptsächlich keifende, fiese Botschaften enthielt, sind auf „Winter Kills“ wieder Abwechslung und Melodien eingekehrt. Man muss nicht besonders mutig sein, um zu prophezeien, dass es sich bei „Winter Kills“ zweifelsohne um eines der besten Alben der Diskografie der Band handelt.

„Oath Of The Abyss“ drückt schon ordentlich an die Wand, ist aber eindeutig nur zum warm werden, denn im Vergleich zum folgenden Material geht es hier schon fast zahm zu und lediglich das Outro ist ungewöhnlich. Dez Fafara verfügt über ein starkes, barbarisches Organ, welches aber auf Dauer auch eintönig wirken kann und genau hier haben DEVILDRIVER angesetzt, dem Meister der Pits tolle, große Melodien an die Hand gelegt und ganz besonders penibel auf Abwechslung geachtet. Mit „Desperate Times“ liefert die Band einen Thrashbrecher vor dem Herren ab, dessen Dynamik und rohe Brachialität den Hörer mit offenem Mund zurücklässt. Brutalität trifft traumhafte Gitarrenläufe, eine Mischung die es auf „Winter Kills“ des Öfteren in Perfektion zu hören gibt. Dabei wechseln DEVILDRIVER mühelos von Thrash zu bulligem Groove und zurück zu kühlem Death Metal, über mangelnde Abwechslung kann sich diesmal ganz sicher niemand beschweren. Besonders der hervorragende Drummer John lässt diesmal ordentlich seine Skills einfließen und brettert eben nicht alles nieder, stattdessen setzt er feine Akzente und führt jeden Track zum Optimum.

Das vorab veröffentlichte dynamische „The Appetite“ sägt sich unweigerlich nach wenigen Durchgängen in das Hirn des Hörers ein, ebenso wie das stampfende „Ruthless“, welches irgendwie nach Industrial und doch so unverkennbar nach DEVILDRIVER klingt. Hervorzuheben ist auch das unerbittliche „Carings Overkills“, der Hörer wird richtiggehend in die Mangel genommen und im Refrain von einem weiten, bittersüßen Riff plattgewalzt. Den Höhepunkt erreicht „Caring Overkills“ durch ein sagenhafes Solo, welches die düstere Note des Stückes unterstreicht. Die Gitarristen fackeln auf „Winter Kills“ ein wahres Saitenfeuerwerk ab und geben ausnahmslos jedem der elf Stücke einen besonderen Moment. Obwohl DEVILDRIVER die Songlänge häufig überziehen und selten auf einen Song unter vier Minuten kommen, auf „Winter Kills“ war keine einzige Sekunde verschwendet. Überraschend das AWOLNATION Cover „Sail“, ein weicher und langsam anschwellender Song, mit betörendem, weiblichem Begleitgesang als reizvoller Kontrast zum Gekeife von Dez.

Einige Riffs sind derart ungezügelt und zwingend, dass schon fast davon abzuraten ist, die Platte in der Öffentlichkeit zu hören. Wer will schon eine geballte Faust im Wartezimmer oder einen bangenden Autofahrer sehen? Ohne auch nur den Hauch von Aggression zu verlieren, haben DEVILDRIVER auf „Winter Kills“ ganz mühelos ihr Repertoire erweitert und ausnahmslos hervorragende Songs abgeliefert. Ungebremst und mit voller Wucht gibt es diesmal gezielte Attacke in die heruntergeklappten Mundwinkel, DEVILDRIVER überzeugen mit „Winter Kills“ auf ganzer Linie, berühren endlich wieder, zeigen sich verspielter und liefern somit bei all der ungezügelten Härte diesmal auch viele ergreifende Momente!

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02.09.2013

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7 Kommentare zu DevilDriver - Winter Kills

  1. Anton Kostudis sagt:

    Geht gut rein, finde den Sound aber merkwürdig. Total scherbelig und irgendwie auch undifferenziert. Aber jut.

  2. Christian sagt:

    Seh ich genauso. Musikalisch top! Produktion könnte besser sein!

    9/10
  3. Thorsten sagt:

    Ich weiß noch nicht wo ich die Scheibe genau einordnen soll. Mir gefiel „Beast“ und vor allem „Fury of our makers hand“ besser. Aber vielleicht zündet die Scheibe ja auch noch bei mir. Bisher eher ein typisches Devildriver Album ohne wirklich rauszustechen aber auch ohne wirklich negativ aufzufallen.

  4. Ernst Mosh sagt:

    Ich glaub‘ ich hab ein anderes Album, als hier beschrieben, gehört…
    Hab mir das Teil jetzt 3 mal angehört und finde nichts von dem
    euphorischen Werbetext, der hier als Review steht, wieder.
    Ungezügelt und zwingend? Ich schmeiss mich weg… 😉
    Ich sehe das ganze als Undifferenziertes Werk,
    bei dem auch nach meinen 3 Durchläufen
    nichts, aber auch gar nichts, positiv hängen geblieben ist.

  5. metal-maniac sagt:

    Genauso schwach wie die Pray For Villains, die hier auch schon völlig überbewertet wurde.Dazu noch der schwache Sound, keine Ahnung wie man hier auf 9 Punkte kommen kann. Bin normalerweise kein Ewig-Gestriger aber die ersten beiden Alben bleiben unerreicht.

  6. Doktor von Pain sagt:

    Ich mag die Band, aber das neue Album finde ich „nur“ gut. Sieben bis maximal acht Punkte gehen in Ordnung. Mein Lieblingsalbum von DevilDriver belibt weiterhin „Pray For Villains“, das der Poster über mir als schwach bezeichnet hat. Na ja, Geschmackssache eben.

  7. Pascal sagt:

    Mir gefällt die Scheibe ebenfalls sehr gut, aber ich mochte bisher eigtl. alles aus der Schaffensphase DevilDrivers. John Boecklin ist übrigens ein richtig starker Drummer 🙂

    8/10