DevilDriver - Beast

Review

Galerie mit 22 Bildern: DevilDriver - Spirit in Black 2018

Es gibt wieder auf die Mütze. Kaliforniens extreme Söhne haben ihr neues Album „Beast“ betitelt und treffen damit den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Die Scheibe klingt monströs, angriffslustig und übergroß, wie ein Riesenvieh, das eine gehörige Tracht Prügel verteilt. Dez Fafara ist gesangstechnisch und inhaltlich noch ein ganzes Stück angepisster als auf dem Vorgänger – dem Album verleiht das Aggression und Härte, der Eindruck eines ziemlich wütenden Überfallkommandos verstärkt sich, je länger die Scheibe läuft.

Die wahren Highlights, die stehen diesmal ein bisschen weiter hinten. Der Opener „Dead To Rights“ ist gut, solide, ein bisschen sperrig vielleicht. Dennoch zeigt sich hier das „neue“ Gesicht DEVILDRIVERs: Die Songs wirken etwas technischer, vor allem im Gitarrenbereich gibt es insgesamt wesentlich mehr Details zu entdecken. Gutklassige Soli, die dem Werk eine gewisse melodische Note verleihen, können da genauso überraschen wie die immer wieder durchschimmernden kreativen Geistesblitze, mit Hilfe derer DEVILDRIVER eben keine tausendfach gehörten Riffs aneinander reihen, sondern die Songs eher mit ausladenden, stellenweise auch fies-kranken Psychopathen-Melodien aufbauen. Krank und psychopathisch ist mitunter auch Dez, der besonders dann wieder einen guten Eindruck macht, wenn er seinen kompletten Hass über diejenigen ausgießt, die irgendwann mal geglaubt haben, sich mit ihm anlegen zu müssen. „You Make Me Sick“, „The Blame Game“ und „Black Soul Choir“ sind schlagkräftige Argumente, die den Gedanken von einer zufälligen Begegnung mit Dez, vorzugsweise noch in der Nacht, recht unangenehm werden lassen.

Das Kommando über sämtliche Songs übernimmt wieder einmal das Schlagzeugspiel von Jon Boecklin, wobei sich an diesem die Geister scheiden werden. Der technische, mitunter etwas sterile Sound passt im Grunde hervorragend zum Stil der Band, die groovigen Elemente sind genauso unverzichtbar wie die donnernde Double-Bass. Dass die Drums sehr in den Vordergrund gemischt sind und durch die moderne Ausrichtung einiges an Natürlichkeit verloren geht, lässt sich jedoch ebenfalls nicht verleugnen. Das gibt in der Gesamtbetrachtung ein paar Abzüge in der B-Note, denn „Pray For Villains“ klang trotz der weniger martialischen Texte ein wenig kraftvoller, ja, metallischer. „Beast“ hätte ein etwas fetterer Gitarrensound sicherlich gut getan.

So bleibt das Album ein wenig hinter seinem direkten Vorgänger zurück, ist aber dennoch gut genug, um keine Enttäuschung zu sein. DEVILDRIVER-Fans bekommen das, was sie erwarten: ein detailreiches, herrlich angepisstes Bollwerk, das nicht nur zum Aggressionsabbau und zur Kanalisation beißender Wut allerbestens dient. „Talons Out (Teeth Sharpened)“ („Krallen raus und Zähne fletschen“) ist ein absolutes Highlight und wunderbar als Reinhör-Tipp geeignet, denn es symbolisiert Stärke und Durchhaltevermögen, lässt zu, dass man dem Drang nach ein bisschen prolligem Selbstbewusstsein nachgeben kann und lässt den Hörer mit Vehemenz gegen sämtliche Wunden, körperliche wie seelische, anschreien. Das mag man als Naivität verurteilen, allerdings ist genau diese Form von Aufbautherapie schon immer DEVILDRIVERs größte Stärke gewesen. Don’t let the fucking world take you down!

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31.01.2011

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1 Kommentar zu DevilDriver - Beast

  1. Metal-Mike sagt:

    Disagree! Meiner Meinung nach ist „Beast“ eine herbe Enttäuschung. Einfallslos, monoton, wenig überraschend und zudem kürzte man den Anteil der epischen Soli deutlich – Eines der wichtigsten Elemente in DevilDrivers Musik. Für mich nicht mehr als 3/10.