Drift - Stalkin Like Killers

Review

Meine Güte, was eine Dampfwalze einen in Form des Openers „Downtonone“ hier überrollt, sodass man am Ende des Songs mit der Dicke einer Briefmarke auf dem Asphalt klebt. Drift machen mit einer explosiven, brachialen Mischung aus Thrash-, Death- und NY-Hardcore-Elementen direkt unmissverständlich klar, wohin es auf deren Full-Length-Debut „Stalkin Like Killers“ geht, nämlich mitten in die Fresse des ahnungslosen Hörers. Die Musik erinnert mich aufgrund ihrer rohen, ungezügelten Energie ein wenig an Machine Heads glorreiches Debut „Burn My Eyes“, kann diesem Klassiker aber nicht das Wasser reichen. Trotzdem braucht sich das, was die fünf Burschen hier abliefern, nicht zu verstecken. Tonnenschweres, tightes Riffing, ein kraftvolles Schlagzeug und ein hochaggressiver Gesang sind die Komponenten dieses geplanten, tödlichen KO-Schlages, der aber sein Ziel nicht 100%ig trifft und somit den Gegner nur schwächt. Torkelt man anfangs noch von der beinharten Gitarrenarbeit, den geschickt platzierten Breaks und Tempowechseln und dem gelegentlichen Sinn für melodiöse Parts angeschlagen durch den Ring und ist kurz vorm Umfallen, rettet einen der Gong in Form des Instrumentals „…In Recurrence“, das mich ein wenig an die alten Metallica-Instrumentals erinnert, in die nächste Runde. Ab jetzt kann man sich jedoch gut auf seinen Gegner einstellen. Seine Schläge verlieren zwar nichts von ihrer Kraft und Intensität, aber man kann sie antizipieren. Das will heißen, dass sich an den Songs im Prinzip nichts ändert, aber die Riffs und Songstrukturen mittlerweile bekannt sind. Auch der Gesang wird mit der Zeit etwas eintönig. Jeder Track einzeln für sich auf einem Sampler würde alles und jeden in die ewigen Jagdgründe schicken, aber über die Dauer eines kompletten Albums gesehen fehlen einfach die Abwechslung und die Überraschungsmomente. Somit wird aus dem anfangs unausweichlich scheinenden KO-Triumph am Ende „nur“ ein Sieg nach Punkten für Drift. Anchecken lohnt sich auf jeden Fall, aber haltet Eure Deckung oben, wenn Euch Eure Zähne lieb sind.

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26.02.2002

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1 Kommentar zu Drift - Stalkin Like Killers

  1. .kuba sagt:

    10 volle Punkte. Hier stimmt einfach alles. Drift haben ein ultragressives Monster erschaffen, das alles plattmacht, was sich ihm in den Weg stellt. Paar Sätze zu den herausragendsten Songs dieser Platte: 1. DownToNone: ein cooles Stück, bei dem die Drifte beweisen, dass sie neben all der Agressivität auch ein Händchen für diskret eingewobene Melodien haben. Nachzuhören im letzten Viertel. 4. Embraced By Hatred: man höre nur dieses fiese Hummelriff in der Mitte, Death Metal pur. Unterlegt von stampfendem Schlagzeug und begleitet von prolligen Shouts, stellt dieser Part definitiv das Highlight der Platte dar. 9. Headcheck: was soll man sagen ? Ein Gastsänger mit einer Pitbullstimme bringt die nötige Abwechslung in dieses hart groovende Ungeheuer. Ungefähr in der Mitte des Stücks bricht über den Zuhörer ein primitives Riffinferno herein, das spätstens zu diesem Zeitpunkt jeden noch so harten Schädel spaltet. Drift sind grosse Fans von Kickback und das hört man auch heraus. Während aber die asozialen Franzosen viel Wert auf megaderbes Image legen, begnügen sich Drift mit der zutreffenden Tatsache, dass ihre Musik für sich alleine spricht. Nach dem Genuss dieser Scheibe, dafst Du Deine Knochen wieder einsammeln und Deine Mutter um ein paar Pflaster bitten.

    10/10