Earthtone 9 - Omega

Review

Eine der am meist unterschätzten Bands der letzten Jahre verschwindet endgültig von der Bildfläche – EARTHTONE 9 lösen sich auf. Die Briten konnten zwar einige Vorschußlohrbeeren auf der Insel einfahren, aber zum internationalen Durchbruch hat es nicht gereicht. Dabei haben sie einen ganz eigenen Stil entwickelt, bei dem geschickt Neo-Thrash und Metalcore mit starken TOOL-Einflüssen kombiniert wurden. Auch wenn viele die Band mit ‚New Metal‘ in Verbindung brachten, genützt hat es ihnen nichts. Im Gegenteil, während der Schwall an ‚New-Metal‘-Bands nicht abzureissen scheint und alle Blicke sich in Richtung USA richten, blieben EARTHTONE 9 im internationalen Maßstab wenig beachtet, und das trotz einiger guter Veröffentlichungen (vor allem das letzte Album „Arc’Tan’Gent“ sei hier als erstklassiger Output erwähnt). Hinzu kamen auch noch persönliche Differenzen innerhalb der Band, die ein Weiterbestehen scheinbar unmöglich machten. Als kleines ‚Abschiedsgeschenk‘ fungiert nun „Omega“. Die 5-Track-EP umfasst 3 neue Songs, einen unveröffentlichten Track, einen Live-Track und 2 Videos. Die 3 neuen Tracks zeigen die Band von einer recht ungewohnten Seite. Es geht sehr melodiös und ruhig zu. Die Gitarren sind etwas in den Hintergrund gerückt und Ausnahmesänger Karl Middlton verzichtet auf Hardcore-Shoutings. Insgesamt klingt das Material wesentlich gedämpfter als auf den vorangegangen Aufnahmen. Die Härte wurde auf ein nötiges Minimum zurückgefahren. Doch das muß keinen Nachteil bedeuten. Zugegebenermaßen braucht man 2-3 Durchläufe um über den ersten Schreck hinwegzukommen, doch spätestens danach beginnen sich die Songs in den Gehörgängen festzukrallen. Das Songmaterial ist stark genug um ohne die übliche Laut/Leise-Dynamik auszukommen. Und hier offenbart sich das kompositorische Händchen dieser Band, das ich auch schon auf den früheren Releases zu schätzen wußte. Der ältere und bisher unveröffentlichte Track „Orchid Frequency“ stammt aus den „Off Kilter Enhancement“-Aufnahmen und schliesst sich der melodiöseren Ausrichtung der anderen Songs an. Als Live-Track taucht „Binary 101“ (vom Album „Arc’Tan’Gent“) auf; hier wurde ebenfalls ein eher ruhiger Track ausgewählt, der aber perfekt an das restliche Material anknüpft. Die beiden Videos zeigen die Band wenig dramaturgisch beim Spielen ihrer Songs. Aber die Über-Songs „Amnesia“ und „Tat Twan Asi“ bedürfen keines optischen Ausdrucks. Fazit: Die „Omega“-EP hält mir wieder einmal vor, welch großen Verlust die Auflösung dieser Band bedeutet. Bleibt nur zu hoffen, daß ihr Potential in neue Projekte mündet (STANDING DEAD CENTRE und THE BLUEPRINT). Schnüff…

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25.05.2002

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