Eden Maine - The Treachery Pact

Review

Schonmal versucht, ein Schnitzel durch den Ausguss zu drücken? Oder einen Quadratmeter Spanplatte zu verspeisen? Oder nen Kleinlaster im Innenohr unterzubringen? Nunja, wer nicht bereits Erfahrungen mit solcherlei sperrigen Problemen sammeln durfte, der dürfte sich auch an der Verdauung des britischen Quintetts Eden Maine ernorm schwer tun. Schon die Oberfläche hinterlässt durch eine rauhfaserig rockige Produktion schmerzende Splitter in den Hörfluren. Sie rändert eine unhandliche Breitseite entfesselter Gitarren und rotztrockene Schmetter-Drums, deren Gischt einem in Form des zumeist ungehalten lärmenden Stimmorgans Sängers Adam Symonds in dem anarchischen Chaos mitten unter die Stirn schlägt, dass das Jochbein bröckelt. Schwerlich lässt sich dieser schweratmige, schleppende Brutal Rock einordnen oder vergleichen. Erst recht, sobald eine krachlederne Doublebass den nahezu apathischen instrumentalen Rest von unten aufkocht und im weiteren Verlauf erbarmungslos zu Mord und Totschlag nötigt. Bestenfalls firmieren könnte er als übersteuerter Pun(s)ch aus Emo-, Hard- und MetalCore mit düsterer Schrei-, Kotz- und Prügelattitüde. Und immer wieder findet dieser Irrwitz hinunter zu einem ruhevollen Augenblick, die Gitarren blenden ab – doch zu welcher Unsensiblität selbst die sich hier einschleichenden cleanen Vocals zu mutieren imstande sind, zeigt sich zwei Lidschläge später in dem sich willkürlich brutalisierenden Spielverlauf, der die Kehllaute zerrt, bis auch sie Hirn und Hörschuppen vollständig aufscheuern. Die fünf famos durchdachten und ausgelebten Eruptionen gleichen zwar einander recht deutlich – was ihre Summe umso unverdaulicher macht –, über die knappe halbe Stunde Spieldauer jedoch ein zu vernachlässigendes Manko, zumal die Wucht der Fläche ihre spielerischen Details ohnehin nicht auf Anhieb preisgibt. Dennoch dämpft das Verweilen im Masse verleihenden Midtempo die emotionale Erlebnislust des Zuhörers nicht unwesentlich, was auch die mitreissenden Wetterwechsel nicht zu egalisieren vermögen. Wer dennoch schon lange mal wieder seinen Gemüsegarten planieren wollte oder an einer Innovation für Walzentechnik im Straßenbau forscht, sollte sich bedenkenlos auf diese EP stürzen.

11.12.2002

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1 Kommentar zu Eden Maine - The Treachery Pact

  1. Alarmist sagt:

    Die Songs die mir bekannt sind gefallen mir recht gut. Metalcore eben. Tritt Arsch! Nicht mehr und nicht weniger. Die cleane Gesang passt recht gut zu dem wütenden Gebrülle. Ephemera sollte man anchecken um sich ein kleinen Eindruck zu verschaffen. Der Song ist für mich bis jetzt der Beste!

    8/10