End Of You - Mimesis

Review

Ein erfolgreiches Konzept wird kopiert bis die Schwarte kracht. Das gilt fürs Fernsehen wie für Musik. Bands wie HIM, ENTWINE oder THE 69 EYES setzten mit Gothic Rock einen Trend, der nicht nur dank der poppigen Ausrichtung sondern auch aufgrund des massenkompatiblen Images kommerziell durchstartete und Legionen an Kopiermaschinen kreierte. END OF YOU gehören auch dazu, stammen ebenfalls aus Finnland und legen mit „Mimesis“ nun ihr zweites Album vor.

Großartig geändert hat sich nichts. Nach wie vor regiert leichtfüßiger Gothic Rock, der allerdings nur geringfügig Düsternis versprüht, eingängige Refrains sind Standard und die simple Strukturierung ist Methode. Das funktioniert beim Opener „Better Good“ noch erstaunlich gut, ein atmosphärisches Intro mündet in eine sofort zündende Melodie und einen schönen Ohrwurmrefrain. Auch Song Nummer Zwei und gleichzeitig erste Single des Albums, „You Deserve More“, mundet noch ganz ordentlich. Ein flotter Uptemposong mit rockigem Rhythmus, teilweise Kinderlied-artigen Keys und einmal mehr einem klebrigen Refrain. Doch dann scheint das ohnehin nicht wirklich scharfe Pulver bereits verschossen, die restlichen Songs sind bemerkenswert unspektakulär und auch die durchgängig eingängigen Refrains langweilen. Einzig „Golden Eye“ lässt nochmal aufhorchen, handelt es sich dabei doch um eine Coverversion des James-Bond-Titelsongs von TINA TURNER. Logischerweise fehlt dieser Version jeglicher Sex-Appeal und auch ansonsten ist der Track nur mittelmäßig umgesetzt. Zugute halten darf man END OF YOU, dass sie sich mittels exzessiver Verwendung elektronischer Stilmittel und einem Sänger, der mehr nach Ami-Alternative-Rock statt nach finnischer Trauerweide klingt, ein wenig vom großen Rest abheben, doch subjektiv gesehen bringt ihnen das auch wenig, denn zum einen stehe ich weder auf Elektronika noch auf typischen US-College-Rock. Muss dann wohl jeder für sich entscheiden.

„Mimesis“ ist kurz und kurzweilig, sicher, aber die Songs sind dermaßen luschig und simpel inszeniert, dass man sich nach Einfuhr schon gar nicht mehr erinnert, was man da gerade noch gehört hat. Genrefans sollten lieber bei ihren Lieblingen bleiben, Finnland hat wahrlich Besseres zu bieten als END OF YOU.

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15.06.2008

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