Gatekeeper - From Western Shores

Review

Soundcheck März 2023# 12

Um GATEKEEPER war es zuletzt bedenklich still geworden. Ganze fünf Jahre sind seit dem Debüt „East of Sun“ ins Land gezogen, das letzte musikalische Lebenszeichen gab es 2019 mit der „Grey Maiden“-EP. Nimmt man noch die personellen Schwierigkeiten hinzu, denn zwischenzeitlich gab es nicht nur einen Wechsel an der Leadgitarre, sondern auch Ausnahmesänger Jean-Pierre Abboud nahm 2021 seine Koffer, so war es für Außenstehende alles andere als sicher, dass die Kanadier noch mal die Kurve kriegen würden. Nun melden sich GATEKEEPER aber mit neuem Sänger, einem dezent generalüberholten Sound und natürlich mit ihrem neuen Album „From Western Shores“ lautstark zurück.

GATEKEEPER jetzt mit noch mehr Epik

Gleich mit dem Titeltrack legt die Band um Gitarrist und Mastermind Jeff Black die Karten auf den Tisch: „From Westen Shores“ ist stampfender Heldenstahl vom Feinsten und eröffnet ein Album, das insgesamt epischer, melodischer und ausgereifter als der Erstling klingt. Wo „Blade of Cimmeria“ seinerzeit noch ziemlich rabiat losbretterte und getrieben von Jean-Pierre Abbouds rauem, ungezügeltem Gesang eher an den jugendlichen Leichtsinn von Bands wie OMEN oder frühen MANOWAR erinnerte, wirkt der Einstieg ins neue Album geordneter, fokussierter und mächtiger.

Ein wenig zur leichten Verschiebung des Sounds trägt natürlich auch der Gesang von Neuzugang Tyler Anderson bei, der unterscheidet sich nämlich doch recht deutlich von seinem Vorgänger. Einerseits wirkt seine Stimme in den mittleren Tonlagen etwas sanfter und geschmeidiger, was sich besonders beim flotten und überaus melodischen „Death on Black Wings“ sowie dem zwischen Melancholie und Erhabenheit schwelgenden „Shadow and Stone“ zeigt.

Andererseits hat Anderson aber auch diesen anfeuernden Befehlston drauf, der treibendem Epic Heavy Metal wie „Exiled King“ oder „Nomads“ die nötige Gravitas verleiht. Zudem sitzen seine zielsicher und mit Bedacht eingesetzten hohen Schreie immer und gehen durch Mark und Bein. Aber auch in Sachen Songwriting geben sich GATEKEEPER schlicht vielseitiger als auf dem Debüt. „Twisted Towers“ etwa begibt sich in regelrecht beschwingte und fröhliche Power-Metal-Gefilde, während „Desert Winds“ mit leichtem Western-Flair einsteigt und sich dann zu einem sehnsüchtig schmachtenden Epic Doomer entwickelt. Die ausladende Band-Hymne „Keepers of the Gate“ verbindet dann Epik, Vorwärtstrieb und große Melodien zu einem würdigen Abschluss, der nicht selten an die Großtaten von ATLANTEAN KODEX erinnert.

Von wegen im Westen nichts Neues

Fast hatte man es nicht mehr für möglich gehalten, aber mit „From Western Shores“ setzen GATEKEEPER nach langer Pause nicht nur einen aufs Debüt drauf, sondern unterziehen ihren Sound auch einer beachtlichen Frischzellenkur, ohne dass dabei die Essenz ihrer Musik verloren geht. Nicht nur hat sich Jeff Black als Songwriter deutlich weiterentwickelt, mit Tyler Anderson hat man trotz deutlicher stimmlicher Unterschiede zum Vorgänger auch genau den richtigen Mann ans Mikro geholt, um GATEKEEPER potentiell eine rosige Zukunft zu bescheren.

Wenn sich die Kanadier jetzt nicht wieder so lange Zeit lassen, dürfte die Band bald zur internationalen Speerspitze des Epic Heavy Metal gehören. „From Western Shores“ ist jedenfalls schon jetzt eines der Genre-Highlights 2023.

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17.03.2023

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1 Kommentar zu Gatekeeper - From Western Shores

  1. Lysolium 68 sagt:

    Oha da freu ich mich aber schon drauf. Der neue Sänger ist dankenswerter Weise auch sehr geil. Die Vorabtracks machen schon mal Laune.