
Ganz heimlich, still und leise hauen Vendetta Records die Überraschung des Monats heraus. Aus dem Görlitzer Umland kommen HIERON mit ihrem Debüt “From The Temple To The Grave” durch die Wälder und Gruften geritten. Black Metal werden sie zwar nicht gänzlich neu erfinden, aber in ausgesprochen überzeugend immersiver Weise darbieten. Das reicht ja schon für einen nassgrauen Januar wie diesen.
Überraschung des Monats? HIERON!
Das Quartett steht auf Black Metal nach Machart der Neunziger, produziert ihn aber transparent, warm und druckvoll. Die Verehrung für EMPEROR, ENSLAVED oder SATYRICON ist zwar deutlich hörbar; die coolen, fast crustigen Uffta-Parts wie in “Forever Scorned” oder dem großartigen Epos “Penetralia” bekommt man jedoch nicht jeden Tag serviert. Generell fällt auf: HIERON verstehen die Kunst, einen spannenden Song zu schreiben.
Ebenfalls durchdacht sind die wiederkehrenden Orchester- und Film-Samples, die häufig in den Intros bzw. Outros platziert wurden. Durch sie wirkt “From The Temple To The Grave” wie ein Hörspiel und die durchnummerierten Akte vor den Songtiteln sprechen für eine durchgehende Story. Das stimmungsvolle Artwork von “The Thundergoat” rundet ein atmosphärisch dichtes und kompositorisch gekonntes Album ab.
“From The Temple To The Grave” – Hörspielqualitäten
Sie kommen aus dem Nichts, sie tragen Kapuzen und sie sind richtig gut. Hoffentlich war das erst der Anfang! HIERON beweisen, dass man für ein stimmiges Black-Metal-Debüt nicht viele Gimmicks, sondern einfach nur starkes Songmaterial benötigt. Taugt für sämtliche Lebenslagen, in denen man sich nicht mit der Welt da draußen beschäftigen, sondern in Musik versinken möchte!

Johannes Werner






























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