Intronaut - Void

Review

Nach der sehr guten EP „Null“ hauen die Kalifornier uns direkt im gleichen Jahr noch ihr Debütalbum um die Ohren und schlagen darauf den gleichen eigenständigen Kurs wie auf der Kurzrille ein. Geboten wird eine wahrhaft meisterliche Mischung aus Death, Doom und Sludge der Güteklasse A. Mit gänzlich unbekannten Musikern hat man es nicht zu tun, immerhin lesen sich so leckere Namen wie ANUBIS RISING, UPHILL BATTLE oder EXHUMED in der Historie der Künstler. Wenn man jetzt aber denkt, genannte Namen stünden Pate für den Sound von INTRONAUT, so hat man weit gefehlt. „Progresscore-Postrock-Deathsludge“ oder wie würde man die Mischung nennen? Jedenfalls reichern die vier ihr Material mit den verschiedensten Elementen an um einen tiefgreifenden und neurotischen Sound zu erzeugen. Dieser trifft einen dann auch: mal instrumental und mit ISIS/RED SPAROWES-ähnlichen Sphären melodiös dahin fliessend, mal in wütenden Midtempoorgien versinkend und mal in NEUROSIS-Gefilden vernichtend und gehirnentleerend, mit kalten Klauen nach Zellen greifend. Zwischendrin zeugen charismatische Rifflinien und wunderbare Melodien immer wieder vom Einfallsreichtum der Kombo und geben den gehirnzermarternden Kompositionen die richtige Würze mit auf den Weg. Seit geraumer Zeit kann man diesem Sektor einen wellenartige Entwicklung attestieren, gibt es doch mittlerweile einige Dutzend Kombos in ähnlicher Form. Natürlich bleibt glücklicherweise der ganz grosse Rutsch aus, da diese Art der Musik des Öfteren als Party untauglich eingestuft wird und sie nicht gerade leicht zu verköstigen ist, demnach auch die Massen an Käufern fehlen. So bleiben damit auch die zahlreichen unehrenhaften Kopisten und Nachahmer fern, die in fast jedem anderen Genre Begleiterscheinung einer Welle sind, da bei steigernder Fanzahl auch etwas mehr Futter für die kleinen Fische abfällt.

Eins ist aber bei Intronaut ganz sicher: Sie sind weder unecht noch schnöder Abklatsch, sondern einmal mehr eine Grösse, die den Stil auf andere Weise neu definiert und damit wahrscheinlich mit „Void“ den Stein gelegt hat, um sich selbst unsterblich zu machen und zu den Grossen dieser Richtung zu gehören.

14.11.2006

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