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Soundcheck Juni 2026# 8
Galerie mit 16 Bildern: Junius - Dead Ends Of Europe Tour 2012 - Berlin


JUNIUS wurden über die Jahre immer wieder mit anderen Bands verglichen, es wurde versucht sie irgendwo einzuordnen – meist ohne Erfolg. Post- und Alternative Metal sind wohl die am deutlichsten auszumachenden Einflüsse, ansonsten hat sich die Band aus Boston aber definitiv ihre eigene Nische geschaffen und diese ordentlich ausgebaut. Ob dies auch auf dem neuen Album „Sotera“ so weiter geht? Zeit genug hatten JUNIUS jedenfalls, denn seit dem letzten Longplayer „Eternal Rituals For The Accretion Of Light“ sind über 9 Jahre ins Land gegangen.
JUNIUS – Auf den Spuren von Nick Holmes?
Die düsteren Synth-Flächen zu Beginn von „Disciple“, gemeinsam mit dem zuerst ertönenden Klargesang von Fronter und Mastermind Joseph E. Martinez erinnern, wie schon auf vorherigen Outputs, erst einmal an PARADISE LOST, denn eine stimmliche Ähnlichkeit mit einem (jüngeren) Nick Holmes ist unverkennbar. Dann sind da aber noch die irgendwie ganz anders klingenden Gitarren, die die US-Herkunft der Band nicht verstecken können – und wohl auch nicht sollen.
Dabei ist aber noch lange nicht Schluss. „The Oracle“ biegt in Richtung Post-Punk ab, mit seinem prägnanten Gitarren-Hook und dem Refrain ist da aber auch diese Alternative-Rock-Schlagseite, die Parallelen zu DEFTONES oder auch neueren ALICE IN CHAINS aufweist. Auch diese Fragmente, lassen sich im weiteren Verlauf immer wieder entdecken.
Soweit zum Grundrezept. Inwieweit unterscheidet sich „Sotera“ aber vom bisherigen Werk der Band? Erst einmal wurde offenbar noch mehr Wert auf eine düstere, geradezu dystopische Atmosphäre gelegt, die praktisch über die gesamte Spielzeit aufrecht erhalten werden kann. Aber auch in Sachen Eingängigkeit gibt es auf der Platte keine Kompromisse. Das trifft auf die Gesangsmelodien (u.a. „Summon Her“), insbesondere die Refrains zu, aber eben auch die Gitarren, die sich auch gerne Mal in samtigen Post-Rock-Wänden („Lucifera“) verlieren dürfen. Aber auch Raserei bleibt nicht außen vor, sei es im garstigen Mittelteil von „Serpent“ oder im furiosen Finale des Rausschmeißers „Scythian“.
Fesselnder Düster-Brocken – „Sotera“
Neun Jahre sind eine lange Zeit für ein Album, aber im Fall von JUNIUS hat es sich sicherlich gelohnt. „Sotera“ ist ein dichter, fesselnder Düster-Brocken geworden, der im Grunde Fans von so unterschiedlichen Bands wie KATATONIA, TYPE O NEGATIVE oder, dank einiger progressiver Einschübe sogar MASTODON, bedenkenlos empfohlen werden kann.
Grundsätzlich ist das Songmaterial durch die Bank weg stark und es gibt praktisch keine Ausfälle. Einziger Kritikpunkt wäre die manchmal etwas zu starke Ähnlichkeit einiger Songs untereinander. Wer Bock auf Post-Metal mit einer erfrischenden Ami-Schlagseite hat, die mal in eine etwas andere Kerbe schlägt, als die üblichen Verdächtigen aus Europa, sollte auf jeden Fall zuschlagen.

































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