1Die italienischen Post-Rocker KLIMT 1918 haben wir nach ihrem dritten Album „Just In Case We Will Never Meet Again“ aus den Augen verloren. Sie waren seitdem zwar nicht sonderlich aktiv, aber haben 2016 das Doppelalbum „Sentimentale Jugend“ veröffentlicht. „Àmor“ ist also der fünfte Langspieler des 1999 gegründeten Quartetts. Der Release verwehrt sich im Begleittext ausdrücklich dem Shoegaze-Label und möchte stattdessen als ‚Skygaze‘ bezeichnet werden. Während insgesamt nachvollziehbar ist, wie die Band darauf kommt, ist Shoegaze neben dem allgemeinen Post-Rock und Post-Metal trotzdem das passendste Genre. KLIMT 1918 versprechen jedoch: „‚Àmor‘ ist ein wahrer Rausch der Leidenschaft und unwiderstehlich sexy!“.
KLIMT 1918 schaffen einen luftigen Sound
Während das Sex-Appeal des Albums nach mehrmaligem Hören strittig bleibt, macht die Bezeichnung ‚Skygaze‘ Sinn. Gitarren, Synths und Vocals versprühen mithilfe des ein oder anderen Tools aus dem Sound-Zauberkasten eine luftige, ätherische Atmosphäre. Dazu tragen hohe Töne und verträumte Melodien sowie ein langsames, entspanntes Pacing bei. Der Opener „Dream Core“ trägt das resultierende Klangerlebnis sogar im Namen. Wer beispielsweise „Shelter“ von ALCEST mag, dürfte hieran Gefallen finden. Im weiteren Verlauf birgt „Àmor“ wenige Überraschungen. „Eros“ wartet mit eher gewöhnungsbedürftigen Saxophonklängen auf, und „Un ètè invincible“ startet mit einem fast tanzbaren Beat. „Petricore“ zeigt sich etwas elektronischer, statt nur hintergründige Synths einzusetzen.
„Àmor“ transportiert Emotionen
Allzu viel Abwechslung bieten KLIMT 1918 allerdings nicht, was über die eine Stunde Spielzeit zu Abnutzungserscheinungen führt. Mit „Dream Core“ und „Nexus“ sind Highlights vorhanden, und auch insgesamt gelingt es der Band stets, Emotionen zu transportieren und mitzureißen. Es sind jedoch immer wieder die gleichen Emotionen, die dargeboten werden, auch wenn der Grundton mal fröhlicher und mal melancholischer ist. Es handelt sich um Nuancen, die keine wirkliche Varianz bei den Stimmungen schaffen. Die ebenfalls sehr homogene Instrumentierung und das Schema F beim Songwriting tragen zusätzlich dazu bei, dass sich „Àmor“ in der zweiten Albumhälfte zieht. KLIMT 1918 haben somit zwar gut abgeliefert, hätten das Album für ein noch besseres Hörerlebnis aber straffen können.

Klimt 1918 - Àmor
Angela































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