Massemord - 12 Years Of Mass Murders

Review

MASSEMORD ist einer der Auswüchse der Metalszene, die einem den Spaß an der Musik wirklich verderben können. Verlogen, großmäulig, dreist, billig, abkupfernd, schleimig, dämlich und größenwahnsinnig – mehr fällt einem dazu nicht mehr ein. Zum einen will man die Hörer glauben machen, MASSEMORD sei eine norwegische Band, obwohl der Mann hinter dem Projekt Italiener ist. Ich bin auch kein Däne, weil ich mal dort im Urlaub war. Dann wird eine Biographie konstruiert, die die Gründung der Band auf 1992 zurückdatiert, wobei von 1995 bis 2003 dann allerdings Funkstille geherrscht hat. Ich glaube ja, die beiden Demos vom Anfang der 90er existieren nicht, weil der Kerl damals noch zur Grundschule gegangen ist, was bedeuten würde, dass die Band erst 2003 gegründet wurde. Im Booklet werden zwei volle Seiten vergeudet, auf denen sich der Herr in höchsten Tönen selbst in den Himmel lobt, er sei ein exzellenter Drummer, fabelhafter Gitarrist, genialer Sänger und Keyboardhexer. Gitarre kann er halbwegs spielen, der Gesang ist uninspirierter oder zum Verzweifeln schief, alles andere ist allerdings eindeutig programmiert und 100%ig nicht gespielt. Was man auf diesem Album zu hören kriegt ist aus diversen Stilrichtungen zusammengeklaut, beispielsweise dem Death Metal von MACABRE, nordischen Black-Metal-Kapellen beliebigen Namens, ein bisschen BATHORY-Epik, dem aktuellen BLUT-AUS-NORD-Stil und einer Handvoll Elektrobands Marke RAMMSTEIN. Ein paar annehmbare Riffs sind dabei, aber die spielen für mich bei einer so groß angelegten Kopieraktion keine Rolle.
Eines der Stücke auf der viel zu langen CD ist als in der Schweiz aufgenommener Livetrack ausgewiesen, was garantiert völliger Humbug ist. Erstens: in der Schweiz findet kein Konzert statt, ohne dass es jemand merkt, und ich kenne keinen der davon wusste. Zweitens: wenn das Konzert tatsächlich stattgefunden hat, müssen ungefähr 25000 Leute anwesend gewesen sein, der (nachträglich eingemischten?!) Soundkulisse nach zu urteilen. Drittens: komischerweise ist die lachhafte Heimproduktions-Soundqualität genau dieselbe wie bei den restlichen Stücken. Heißt: ein gefälschter Livetrack, wie man es auch schon bei den unsäglichen BLACK JADE ertragen musste. Wie geil ist das denn…
Heute spricht der unsägliche Idiot hinter MASSEMORD davon, dass das kommende Album purer, böser Black Metal sein soll, weil das die Horden von Fans gerne wieder hören würden. Das erinnert beinahe an Quorthon – Gott habe ihn selig – der dem Erfolg auch gerne nach dem Mund komponiert hat, allerdings mit Erfolg und tausendfach besserem Ergebnis als es hier der Fall ist. Eine derartige Rückgratlosigkeit und ein so dreister Wille zum Beschiss sind beispiellos – glücklicherweise! – und für mich überhaupt in keinster Weise zu tolerieren. Ich frage mich wie man drauf sein muss, um als Label eine solche Schande für die Metalwelt auch noch zu veröffentlichen. Schade, dass man im 21. Jahrhundert Menschen nicht mehr für vogelfrei erklären kann…

23.09.2005

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