Møl - Dreamcrush

Review

Soundcheck Januar 2026# 4 Galerie mit 32 Bildern: Møl – Copenhell 2023

Was ist eigentlich los in der dänischen Metalszene? Jahrelang immer irgendwie stiefmütterlich behandelt, hinter den ungleich größeren nordischen Ländern zurückbleibend. In den letzten Jahren scheint Dänemark in Sachen harter Gitarrenmusik aber einen zweiten Frühling zu erleben. Egal ob im eher traditionellen (AFSKY, SUNKEN) oder modernen Bereich (IOTUNN, VOLA) kommen immer wieder Bands mit richtig starkem Material um die Ecke. Auch MØL kann man sicherlich zur neuen, erfolgreichen dänischen Metal-Welle zählen, sorgen die Mannen um Kim Song Sternkopf mit ihrem genreüberschreitenden Post-Metal doch immer wieder für Furore. Schaffen sie es auch auf dem dritten Longplayer „Dreamcrush“, weiter spannend zu bleiben?

MØL – Ziehen die Daumenschrauben weiter an

In der Review zum Vorgänger „Diorama“ war es eher als Scherz gedacht, ob des für Metal eher untypischen Kleidungsstils der Band einen Vergleich zu den modern-progressiven Landsleuten von VOLA zu ziehen. Aus Spaß wird nun plötzlich Ernst, denn MØL erinnern auf „Dreamcrush“ tatsächlich ab und zu an das Quartett aus Kopenhagen. Warum? In Sachen poppiger Eingängigkeit, verträumten Momenten und angeproggtem Riffing ziehen die Herren aus Aarhus die Daumenschrauben nochmal deutlich stärker an. Das zeigt sich schon in der zweiten Hälfte des Openers „Dream“.

Na klar, der Hang zum Pop war schon immer da und macht die Dänen wahrscheinlich zu einem beliebten Hassobjekt der Fraktion „Ist das eigentlich noch Metal?“. Scheuklappen ablegen war also seit jeher eine Grundvoraussetzung, um sich der Musik von MØL zu nähern. Vor dem Genuss von „Dreamcrush“ sollten sie aber besser auch nicht mehr in Griffweite liegen. Die ursprünglich noch deutlicher heraushörbaren Black-Metal-Einflüsse verschwimmen immer weiter im modernen Breitwand-Sound.

Klingt negativ? Nur für Puristen! Denn trotz aller Eingängigkeit ist Raserei immer noch ein wichtiger Teil im Sound von MØL, um Energie zu transportieren. Genres interessieren weiterhin kaum, egal ob das Gekeife von Sänger Sternkopf in „Young“ mit einem thrashigen Riff unterlegt wird, bevor das Shouting tiefer wird und fast schon in Richtung Death Metal geht oder in „Hud“ mit astreinem Dream-Pop gekontert wird, um „Garland“ wiederum mit lupenreinem Radio-Rock zu beginnen. Unnötig zu erwähnen, dass auch dieser Song bis zum Ende wieder mehrfach abbiegt.

Nachvollziehbares, schlüssiges Songwriting ist trotz der vieler Stimmungs- und Tempowechsel eine der ganz großen Stärken von MØL und so findet sich auf „Dreamcrush“ so wenig Ausschussware wie noch nie. Auch die zweite Albumhälfte hält noch so manche Überraschung, wie das hochemotionale „A Former Blueprint“ bereit und gipfelt mit „Crush“ nochmal in einem der, wenn nicht dem Highlight der Platte.

Ohne Rücksicht auf Verluste – „Dreamcrush“

Traditionalisten werden es hassen, Liebhaber von eingängigem, modernen Sound, werden es lieben. So einfach und plakativ könnte man „Dreamcrush“ zusammenfassen. Natürlich ist das etwas zu kurz gegriffen, um dem vielschichtigen dritten MØL-Album gerecht zu werden. Ohne Rücksicht auf Verluste mit allen Metal-Genres plus diversen Elementen aus dem alternativen Rock und Pop zu spielen, das kann leicht schief gehen – würde es bei den meisten Bands wohl auch.

Bei MØL ist das anders, sie erschaffen eine ziemlich eigenständige Mischung, die insbesondere bei der Zielgruppe von Bands wie eben VOLA, aber auch SLEEP TOKEN oder SPIRITBOX bestens ankommen dürfte. Alle anderen sollten aber auch unbedingt mal ein Ohr riskieren, denn nahezu alle Songs sind hochenergetisch und vor allem geradezu unverschämt eingängig. Wer keine Angst vor zahlreichen Ohrwürmern hat, muss also reinhören und zwar unbedingt!

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