Necrofier - Transcend Into Oblivion

Review

Gleichermaßen feurig wie frostig lassen es NECROFIER auf ihrem dritten Album „Transcend Into Oblivion“ angehen. Das texanische Quartett, welches mit Dobber Beverly (Drums) und Semir Özerkan (Gitarre) inzwischen zur Hälfte aus OCEANS OF SLUMBER-Mitgliedern besteht, schmeißt erneut Zutaten aus der reichhaltigen Vorratskammer des skandinavischen Black Metal zu einem schmackhaften aber etwas nach Schwefel müffelnden Eintopf zusammen.

NECROFIER zwischen Höllenfeuer und Permafrost

Schwedisches Höllenfeuer und norwegischer Permafrost treffen in einer raumgreifenden Finsternis aufeinander, wobei NECROFIER im Promozettel ausdrücklich WATAINs „Lawless Darkness“, die ersten beiden DISSECTION-Alben, DAWNs „Slaughtersun“ und „Ebony Tower“ von MARE als Haupteinflüsse nennen. Damit ist das musikalische Feld grundsätzlich schonmal recht treffend abgesteckt, wobei die finsteren DISSECTION-Melodien im Vergleich zum Vorgänger recht stark zurückgeschraubt wurden und man sich weder auf pure Heldenverehrung noch lediglich auf die genannten Einflüsse beschränkt.

Aufgeteilt ist „Transcend Into Oblivion“ in drei Akte, die je aus drei Songs bestehen, sowie ein instrumentales Interlude, ein separates Einzelstück und natürlich ein stimmungsvolles Intro. Nach Selbigem geht es auch schon mit dem ersten Dreiteiler los und besonders „Fires Of The Apocalypse, Light My Path I“ erinnert durch den Songaufbau und die zutiefst morbide Melodieführung schon sehr stark an WATAIN. Auch der Rest des ersten Aktes trägt deutliche Spuren schwedischer Teufelei, wobei man das Spektrum durchaus etwas erweitert und um zunächst hintergründige apokalyptische Keyboardflächen ergänzt, die beim dritten Teil auch mal in schauriges Geklimper umschlagen.

Der nächste Akt „Horns Of Destruction, Lift My Blade“ bewegt sich nach einem furztrockenen Black’n’Roll-Einstieg zwischen kalter Raserei und erhabenen Midtempo-Passagen. Der düster-atmosphärische Keyboard-Einsatz wird hier aber auch nochmal etwas hochgeschraubt und mit finsteren Chorälen in „Horns Of Destruction, Lift My Blade II“ wird einerseits die Brücke zu MARE geschlagen, bisweilen kommen einem im Laufe des Dreiteilers aber auch EMPEROR und, bedingt durch die schiere Aggressivität der Darbietung, die Frühwerke von ABIGOR in den Sinn.

Die Mischung macht’s

Auch der dritte Akt schlägt erstmal in eine ähnliche Kerbe, bei „Servants Of Darkness, Guide My Way II“ lassen NECROFIER allerdings auch ordentlich die Black-Thrash-Keule kreisen, während sich Teil Drei über weite Strecken doomig schleppend und exaltiert gibt. Ob man das Soundtrack-artige, mit Spoken-Word-Passagen unterlegte und von kriegerischen Trommeln dominierte „Towards The Necrofier“ tatsächlich als separaten Song oder vielmehr als besonders ausladendes Outro verstehen kann, ist wohl Auslegungssache.

Wenngleich grade im ersten Drittel von „Transcend Into Oblivion“ die WATAIN-Einflüsse überdeutlich sind, so schaffen es NECROFIER doch im weiteren Verlauf des Albums, sich freizuschwimmen. „Mix & match“ heißt die Devise, denn obwohl man natürlich hört, woher die Inspiration kommt, schaffen es die Texaner besser als auf ihren bisherigen Alben, daraus ihr eigenes Süppchen anzurühren.

Durch das Zurückfahren von DISSECTION-Melodien und NECROPHOBIC-Hooks fällt das neue Material zwar etwas sperriger aus und braucht ein paar mehr Durchgänge, um sich vollends zu erschließen. Etwas Geduld wird jedoch mit einem Mehr an Detailreichtum und einer Atmosphäre belohnt, die gleichermaßen finster wie bösartig ausfällt, woran auch die differenzierte aber eben nicht zu saubere Produktion Anteil hat. In jedem Fall schaffen es NECROFIER mit „Transcend Into Oblivion“ ihr eigenes Profil weiter zu schärfen.

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20.02.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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