Oceana - The Pattern

Review

Viele Bands nutzen das Stilmittel der Melancholie. Manchmal kann das dröge wirken und schwer im Magen liegen. Wer jedoch etwas mehr Action in seiner Verbitterung sucht, der sollte sich “The Pattern“ von OCEANA nicht entgehen lassen. Eine wirbelnde Mischung aus wechselhaften Vocals, gepaart mit melodischen Riffs geben dem progressiven Herz die Vielschichtigkeit, die es braucht.

OCEANA und die Evolution im Kleinen

Schon das Intro verrät, wo die Reise hingeht. Melancholische Riffs, die eine stimmungsvolle Atmosphäre ausstrahlen und Breaks, die Hörende jedes mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückwerfen, sind nur ein kleiner Teil von dem was OCEANA zu bieten haben. Die Vocals erinnern teils an Modern Rock in Kombination mit kehlkopflastigen Growls. Die Absprach dieser beiden Komponenten erfolgt dabei mühelos und perfekt aufeinander abgestimmt.

Diese Einigkeit entsteht unter anderem dadurch, dass das Arrangement nicht verstellt oder gar steif wirkt. “Fall To Silence“ erreicht eben dadurch eine gewisse Melodik, die ohne die stimmliche Untermalung nicht zustande kommen würde. Seltsamerweise profitiert “Tragicomic Reality“ nicht von dieser Stärke. So stolpern die Italiener über ihre eigene Lyrik, die zwar gut geschrieben, aber für den Sound etwas überzogen ist.

Doch am Ende machen Songs wie “Violet“ oder “A Lament“ diesen Fauxpas wieder wett. Ersterer besitzt eine anmutige Härte, die stilistisch eher an WILDERUN herankommt. Trotzdem wäre ein Eins-zu-Eins-Vergleich zwischen diesen Bands komplizierter als erwartet. Denn eher könnte die Band in Sachen Melancholie KATATONIA die Hand reichen. Aber auch hier fehlt es an düsterer Atmosphäre, um als bloße Kopie durchzugehen. OCEANA schaffen es so trotz ihrer Inspirationsquellen einen eigenen Sound zu kreieren.

“The Pattern“ bleibt (beinahe) konstant

OCEANA bieten Qualität, jedoch sticht kein Song besonders hervor. Klar, “Atlantidea Suite Part 1“ ist mit über 14 Minuten ein wirkliches Zeitmonster neben den sonst kompakt gehaltenen Tracks, aber richtige Favoriten kristallisieren sich nicht heraus. Eher steht “The Pattern“ wie ein großes einheitliches Konstrukt im Raum, welches als ganzes zu betrachten wäre. Nur leider schläft das Werk ab der Hälfte ein wenig ein. Der dargebotene Klang bleibt satt und stimmungsvoll, doch die Stärken liegen eher im ersten und letzten Drittel von “The Pattern“.

Melodisch überzeugen OCEANA dennoch. “You Don’t Know“ baut ein komplexes Riff ein, dass gerade weil es im Hintergrund liegt heraussticht. “The Unforgiven“ dagegen gibt wieder gesanglich Vollgas ohne klangliche Abstriche machen zu müssen. Was bleibt sind zwei epische Songs.

OCEANA liefern ein gutes Debütalbum

Vielleicht hat “The Pattern“ an kleinen Stellen seine Macken, aber belanglos erscheint kein einziger Titel. Trotz einiger Einflüsse integriert die Combo ihren individuellen Stil. Besonders gesanglich überzeugt das Arrangement. Wer also leicht melancholischen progressiven Rock bevorzugt und auch dem Modernen nicht abgeneigt ist, hat hier seine Band gefunden.

08.02.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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