One Of Nine - Dawn Of The Iron Shadow

Review

Bei ONE OF NINE handelt es sich nicht etwa um einen Star Trek: Voyager-Fanclub, sondern um ein paar amerikanische Tolkien-Enthusiasten (weil neun Ringgeister), die ihrer Liebe zum Werk des Begründers moderner Fantasy-Literatur mit melodischem 90er Black Metal Tribut zollen. Auf volle Nazgûl-Mannschaftsstärke bringen es ONE OF NINE dabei zwar nicht, doch auch zu viert treiben die finsteren Unholde auf ihrem zweiten Album „Dawn Of The Iron Shadow“ erfolgreich ihr Unwesen in Mittelerde.

ONE OF NINE verschieben den Schwerpunkt gen High-Fantasy-Epik

Schon das Debüt „Eternal Sorcery“ konnte ONE OF NINE in Szene-Kreisen einige positive Resonanzen bescheren. Dieses orientierte sich allerdings trotz vereinzelter Keyboard-Farbtupfer noch primär am typischen brachial-melodischen Schwedensound im Dunstkreis von Bands wie SACRAMENTUM, WATAIN und MÖRK GRYNING. Auf „Dawn Of The Iron Shadow“ sind Keyboards und Synthesizer nun jedoch allgegenwärtig, was sich beim Songwriting wiederum in einem größeren Hang zu Epik und getragener Atmosphäre niederschlägt und den Schwerpunkt ein wenig verschiebt.

So erinnern beispielsweise das herrlich eingängige Glockenspiel in „Age Of Chains“ sowie archaische, verwunschen klingende Synthie-Flächen in Stücken wie dem mystisch anmutenden „Behold The Shadow Of My Thoughts“ (mit M. von LAMP OF MURMUUR als Morgoth) oder dem majestätischen „Quest Of The Silmaril“ empfindlich an eine aufgepumpte Version von SUMMONING. Wer sich also schon immer mal gefragt hat, wie die österreichischen Ringgeister wohl in voller Bandbesetzung, mit echtem Schlagzeug und aufgerissenen Gitarren klingen würden, findet auf „Dawn Of The Iron Shadow“ ein paar gute Anhaltspunkte.

Das mit ätherischem Klargesang von HULDER veredelte „Dreadful Leap“, das treibende „Of Desperate Valor“ und der düstere, melancholische Rausschmeißer „Death Wing Black Flame“ rücken ONE OF NINE wiederum mit einem Mehr an sinistrer Opulenz in die Nähe der Frühwerke von DIMMU BORGIR, OLD MAN’S CHILD und EMPEROR.

Für Genre-Fans ist „Dawn Of The Iron Schadow“ ein potenzielles Jahreshighlight

Insgesamt ist ONE OF NINE mit „Dawn Of The Iron Shadow“ jedenfalls ein unglaublich stimmungsvolles Album gelungen. Die Amis machen zwar keinerlei Hehl aus ihren Einflüssen und sind weit entfernt von Innovation, schicken einen aber auch so schön in eine düstere Fantasy-Kopfkino-Vorstellung, wie es eigentlich nur mit dieser Art von melodischem, leicht verschrobenem Medieval Black Metal geht.

Die Atmosphäre ist zum Schneiden und toll inszenierte Spoken-Word-Passagen tragen zusätzlich dazu bei, die Hörerschaft direkt in die dunkelsten Zeitalter von Mittelerde vor den Ereignissen von Der Herr der Ringe zu versetzen. Ebenfalls nicht unerwähnt sollte dabei auch das tolle Cover-Artwork des renommierten Tolkien-Illustrators Ted Nasmith bleiben, welches das Gesamtpaket stilsicher abrundet.

Doch selbst wenn man mit der gegenständlichen Materie nicht viel anfangen kann und vom Silmarillion noch nie etwas gehört hat: Für Fans des mit Keyboards und Synthesizern infundierten Melodic Black Metals oben genannter Bands oder zeitgenössischer Genre-Vertreter wie HULDER und STORMKEEP dürfte „Dawn Of The Iron Shadow“ auch so zum Jahreshighlight avancieren.

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10.11.2025

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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1 Kommentar zu One Of Nine - Dawn Of The Iron Shadow

  1. metal-maniac sagt:

    Unterschreibe ich alles so. Sehr coole Scheibe.

    9/10