Panzerkrieg 666 - Wolfpack

Review

Auf die Frage, wie plakativ die nordrhein-westfälische Black-Metal-Band PANZERKRIEG 666 ihren Bandnamen haben möchte, haben die Musiker vermutlich mit einem simplen „Ja!“ geantwortet. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Band ihre erste selbstbetitelte EP über Human Noise Records und nun schiebt sie Nummer zwei in Eigenproduktion nach. Musikalisch wurden sie dabei von alten MARDUK und DARK FUNERAL inspiriert.

PANZERKRIEG 666 holzen ab Sekunde eins alles ab

Intros und langsame Songaufbauten gab es bei den genannten Vorbildbands auch nicht und auch die „Wolfpack“-EP macht diesbezüglich keine Gefangenen. Der erste Song „Flamethrower 41“ benötigt keine drei Sekunden, um klar zu machen, wo der Hammer hängt und keine drei Minuten Gesamtspielzeit, um direkt alles mit brutalen Uptempo-Blasts in Schutt und Asche zu legen.

Passend zum Bandnamen werden in den Songs verschiedene Kriegsschauplätze, -verbrechen oder anderweitige Themen aus der Richtung verarbeitet. Sehr sympathisch dabei ist der Hinweis im Booklet des schick gestalteten Digipaks, dass die Band auf keinen Fall als Naziband missverstanden werden möchte, sondern lediglich von Krieg und seiner Geschichte inspiriert wird.

Und grauenhafte Inspiration gab es dafür in der Menschheitsgeschichte wahrlich genug. „My Lai Massacre“ handelt von dem Massaker von Mỹ Lai, ein lange durch die US-Armee vertuschtes Kriegsverbrechen während des Vietnamkriegs. Dafür fahren PANZERKRIEG 666 das Tempo stellenweise zurück und erzählen die Geschichte mit schon fast quälend-musikalischer Untermalung.

Mit „Blitzkrieg Inferno“ und insbesondere „Ascension“ legt die Band dann aber wieder mehrere Schippen Geschwindigkeit obendrauf und insbesonderer letzterer Song entwickelt sich zu einem sehr intensiven Black-Metal-Track erster Güte mit starker Drum-Leistung. Der Titelsong und EP-Closer „Wolfpack“ ist dann mit über fünf Minuten das längste Stück der Scheibe, steht in seiner Intensität und Angriffslustigkeit seinen Vorgängern in nichts nach. Echolot- und Sirenengeräusche stützen die Atmosphäre des Songs.

„Wolfpack“ braucht keine 20 Minuten, um nur verbrannte Erde zu hinterlassen

Die fünf Songs von PANZERKRIEG 666 2. EP sind definitiv für all jene geeignet, die in den Neunzigern und frühen 2000ern Alben wie „Panzer Division Marduk“ gefeiert haben. Und genau wie bei DARK FUNERAL legen die Kölner Musiker auch Wert auf eine zeitgemäße, drückende Produktion, sodass die spielerischen Nuancen im Uptempo-Blitzkrieg der Band gut zur Geltung kommen. So kann gespannt auf das Debütalbum gewartet werden.

18.06.2023

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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