Polar - No Cure No Saviour

Review

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POLAR veröffentlichen mit „No Cure No Saviour“ ihr neues, drittes Album. Die Band sieht die Obdachlosigkeit als ein wachsendes, politisches Problem an und hat im Vorfeld auch mit der wohltätigen Organisation Crisis zusammengearbeitet, die sich für Obdachlose einsetzt. POLAR wollen also mehr als nur ein Statement gegen die Obdachlosigkeit abgeben. Die Briten sind wütend darüber, wie mit diesen Menschen umgegangen wird und möchten nicht nur mit einem entsprechenden Album, sondern auch mit entsprechenden Aktionen darauf aufmerksam machen. In ihnen kocht die Wut.

Diesen Zorn hätten POLAR eigentlich nur auf ihr neues Album „No Cure No Saviour“ übertragen sollen.

Doch stattdessen servieren uns die Jungs ein generisches Metalcore-Album. Die Thematik, die POLAR ansprechen, sollte man eigentlich ernst nehmen. Und mit „Downfall“ und „Destroy“ gibt es auch zwei passable Songs zu hören. Aber ansonsten ist die Musik auf „No Cure No Saviour“ zu formelhaft und unspektakulär umgesetzt. Mal ganz davon abgesehen, dass das heißere Gebrüll von Adam Woodford nicht gerade sonderlich abwechslungsreich ist, gibt es auf dem Album nur wenige Momente, angehörs derer man Bock hätte, im Sinne des Filmklassikers „Network“ raus zu gehen und „I’M MAD AS HELL“ zu schreien. Dem Großteil der Tracks fehlt es an Dampf, an unverdünnten Emotionen – man kann sich nur schwer von der Wut der Briten anstecken lassen.

Und obendrauf nerven POLAR dann auch noch mit furchtbar kitschigen Keyboards, die unter die ohnehin schon viel zu melodischen Songs gehoben werden. Und mit den pathetischen Chören (die bei „Until The Light“ auch noch mit einem beherzten „Sing it!“ angestachelt werden) schießen die Briten dann endgültig den Vogel ab. Man hat einfach nicht das Gefühl, dass „No Cure No Saviour“ wirklich authentisch ist. Immerhin ist die Scheibe anständig produziert, von Justin Hill (u. a. SIKTH) übrigens. Das macht die über weite Strecken fade Musik aber nur bedingt besser.

Trotzdem: Wer die Agenda der Briten unterstützen will, der soll das auch guten Gewissens tun dürfen, indem er oder sie eben zugreift. Erwartet jedoch nicht zu viel von der Musik…

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15.05.2016

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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