Rosetta - The Anaesthete

Review

Das US-amerikanische Experimental-Quartett ROSETTA gilt hierzulande nach wie vor als Geheimtipp, obwohl man mittlerweile auf drei starke Langspieler verweisen kann. Mit dem vierten Studiowerk „The Anaesthete“, das teilweise in Eigenregie veröffentlicht wird, unternehmen die vier Herren aus Philadelphia nun den nächsten Versuch, sich auf der internationalen Bühne zu etablieren – es wäre ein schönes und auch überfälliges Geschenk zum zehnjährigen Bestehen der Band.

Musikalisch positioniert sich der Vierer zwischen energetischem Post-Rock im Stile von PELICAN oder MAYBESHEWILL und Post-Metal-Klängen, die hin und wieder Erinnerungen an NEUROSIS wecken. Ein weiteres, durchaus charakteristisches Stilmittel ist dabei die Kombination von instrumental zurückhaltenden Clean-Passagen mit aggressiven Vocals, welche in den Kompositionen immer wieder zum Einsatz kommt – und die man in dieser Form von nicht vielen Vertretern des Genres zu hören bekommt. Allerdings werden immer wieder auch sanftere Töne angeschlagen, beispielsweise mit den wunderbar sphärischen Satzgesängen des Gastsvokalisten Eric Jernigan (CITY OF SHIPS) in „Hodoku / Compassion“. Der Track ist der einzige der Platte, der im Stile einer reinrassigen Post-Rock-Nummer daherkommt – und zweifelsfrei eines der absoluten Highlights von „The Anaesthete“. Ähnlich gelagert sind noch die beiden abschließenden Stücke, das unheilvolle „Ku / Emptiness“ (THIS WILL DESTROY YOU lassen grüßen) und das Drone-/Ambient-lastige „Shugyo / Austerity“. Von beiden ausschließlich instrumental dargebotenen Songs ist zweiterer allerdings der deutlich weniger spannende.

In den übrigen Stücken wird das teils sehr filigran gestrickte Post-Rock-Konstrukt immer wieder um überraschend rüde und barsche Post-Metal-Eruptionen erweitert. Das funktioniert nicht selten großartig, unter anderem im Opener und Herzstück des Albums, dem zehnminütigen „Ryu / Tradition“. Nach verträumten Anfang zu verspieltem Drum-Pattern erklimmt der Track nach und nach alle dynamischen Ebenen – um sich im Mittelteil vollständig zurückzunehmen, bevor es im großartigen Finale noch einmal äußerst intensiv zu Werke geht. Ähnlich gelungen ist auch das abwechslungsreiche „In & Yo / Dualities of the Way“, der zweite wirklich herausragende Song der Platte. Das Niveau der restlichen Tracks schwankt allerdings leicht – so braucht das überwiegend sehr schroffe „Oku / The Secrets“ beispielsweise zunächst etwas Anlauf, um wirklich überzeugen zu können.

Am Ende steht mit „The Anaesthete“ ein Album, mit dem ROSETTA einmal mehr beweisen, dass sie zu den interessantesten Vertretern des Bereichs Post-Rock/-Metal zählen. Neben einigen wahren Perlen haben sich aber auch hin und wieder etwas weniger packende Passagen eingeschlichen, die einer Top-Wertung letztlich im Wege stehen. Dennoch gilt für alle Genre-Liebhaber: Unbedingt reinhören!

Übrigens: Hier beantworten ROSETTA einige Fragen zum Album, beispielsweise jene nach den merkwürdig anmutenden Songtiteln.

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18.10.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

Der metal.de Serviervorschlag

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