Skardus - Ut De Deep (EP)

Review

15 Jahre haben SKARDUS auf ihren ersten Langspieler „Stormriek“ warten lassen. Entsprechend wenig überraschend sollte es sein, dass die Band sich nun einige Jahre später mit einer EP statt einem weiteren vollen Album zurückmelden. „Ut De Deep“ heißt die neue EP, deren Texte, wie der Titel schon vermuten lässt, ausschließlich auf Plattdeutsch verfasst sind. Inhaltlich beschäftigt die Kurzveröffentlichung sich über vier Songs mit dem Aufstieg, der Blüte, dem Untergang und dem Vergessen der nordfriesischen Stadt Rungholt, die in der Sturmflut von 1362 zerstört wurde.

SKARDUS erfinden das Rad nicht neu

Das Thema ist perfekt geeignet für eine dichte und drückende Atmosphäre – und das nehmen SKARDUS bereitwillig auf. Erbarmungslos knüppelnde Drums, harte und melancholische Gitarrenriffs und die kalten, verzweifelten Schreie von Sänger „Herr Jürgensen“ schaffen eine beklemmende Atmosphäre. Diese wird immer wieder von kurzen ruhigeren Momenten und gelegentlichen eingesprochenen Passagen durchbrochen, so zum Beispiel zu Beginn des Titelsongs.

Dabei erschaffen SKARDUS sicherlich nichts völlig Neues, arrangieren ihre Songs und Klang-Elemente aber so sorgfältig und durchdacht, dass „Ut De Deep“ trotzdem relevant und hörenswert ist. Mit ihrer EP beweisen SKARDUS vor allem, dass sie die Meister der kurzen Erzählform sind und in einem Genre, das gerne langatmig und ausufernd ist, in der Hälfte der Zeit mindestens dieselbe Intensität aufbauen können.

Maximale Atmosphäre auf „Ut De Deep“

Wer auf der Suche nach einer tragischen nordfriesischen Geschichte ist, aber keine Lust hat, Theodor Storms „Der Schimmelreiter“ zu lesen – oder einen passenden Soundtrack zum Buch sucht – ist mit „Ut De Deep“ optimal beraten. Die neue EP ist eine stimmige Ergänzung zur bisherigen SKARDUS-Diskographie und beweist, dass Black-Metal-Atmosphäre und Storytelling auch in Kurzform wunderbar funktionieren.

23.01.2026

"Es ist gut, aber es gefällt mir nicht." - Johann Wolfgang von Goethe

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